FoodSHIFT 2030
Lokale Initiativen als Treiber für die Erährungswende

Gemeinsam mit dem Baumhaus im Wedding sind wir Praxispartner des europäischen Forschungsprojekts FoodSHIFT 2030. Das Ziel des Gesamtprojekts ist es, CO2-arme, kreislaufbasierte und pflanzenorientierte Ernährungssysteme voranzubringen. Das “Berlin Lab” setzt den Fokus auf LebensMittelPunkte. Mit dem Baumhaus wird ein Prototyp des Urban Food Hub (LebensMittelPunkts) als Leuchtturmprojekt für die Ernährungswende in der Region Berlin-Brandenburg etabliert. Der Ernährungsrat Berlin ebnet den LebensMittelPunkt-Initiativen den Weg, z.B. über politische Lobbyarbeit und über die Vernetzung in die Verwaltung hinein.

Worum geht’s?

Europaweit setzen sich neun verschiedene “Beschleunigerlabore” unter der Führung der Universität Kopenhagen für eine Ernährungswende in europäischen Städten ein. Das Ziel des Gesamtprojekts ist es, CO2-arme, kreislaufbasierte und pflanzenorientierte Ernährungssysteme voranzubringen.

Im Berliner Beschleunigungslabor (“Berlin Lab”) unterstützen wir als Praxispartner gemeinsam mit dem “Baumhaus” im Wedding den Aufbau von LebensMittelPunkten als eine wichtige Institution der urbanen Ernährungswende. Das Baumhaus entwickelt in der “Werkstatt LMP” einen Prototypen für LebensMittelPunkte, berät und begleitet andere LMP-Initiativen und arbeitet an einer Plattform zur Selbstorganisation der Bewegung. Unsere Rolle als Ernährungsrat ist es, den LebensMittelPunkt-Initiativen den Weg zu ebnen, z.B. über politische Lobbyarbeit und über die Vernetzung in die Verwaltung hinein. Unsere Vision ist, dass in jedem Bezirk Berlins ein LebensMittelPunkt entsteht!

Wissenschaftlich begleitet werden wir dabei vom ​​​​Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V. und der agrathaer GmbH für Strategische Landnutzung.

Informationen über FoodSHIFT, die Labore in allen Partnerstädten und Veranstaltungen im Rahmen des Projekts finden sich auf auf der mehrsprachigen Webseite des EU-Projekts oder in diesem Video (auf Englisch):

Unsere Aktivitäten 2021

Local Food Projects as Drivers for Food System Change:
FoodSHIFT 2030 Berlin Lab – Regional Kick-off Event

Am 3. September 2021 startete das Berlin Lab/Foodshift 2030 offiziell mit einer Veranstaltung und präsentiert sich als ein weiterer Akteur für die Ernährungswende in Berlin. Das Projekt Foodshift und die Ziele des Berlin Labs wurden vorgestellt von: Karen Wohlert (Baumhaus Berlin); Beatrice Walthall and José Luis Vicente (Leibniz-Institut für Agrarlandschaftsforschung ZALF); Christian Bugge Henriksen & Luke Schafer (University of Copenhagen); Poppy Eyre & Dirk Wascher (Susmetro); Lisa Haarhoff (Ernährungsrat Berlin).

Hier gibt es einen Mitschnitt der Projektvorstellung (auf Englisch):

Im Anschluss wurde disktutiert, wie die Zusammenarbeit mit dem Projekt Foodshift aussehen kann und die Ernährungswende in Berlin auf Ebene der Politik, Verwaltung, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft vorangebracht werden kann. Mit dabei waren: Simone Zeil (Ernährungsrat Brandenburg); Johanna Naatz (Auenhof / GemüseSyndikat); Lorena Unger (AG Urban); Ann-Christin Weber (Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung); Julia Scherer, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg; Annette Jensen (Ernährungsrat Berlin); Karen Wohlert (Baumhaus Berlin).

FoodSHIFT ShowCase

Vom 1.-2. September 2021 kamen rund 15 Leute aus anderen FoodSHIFT-Partnerstädten in Berlin zusammen. Mit der Fragestellung, wie man einen integrativen Raum für bürgerschaftliches Engagement schafft wurden einige Leuchtturmprojekte angeschaut und mit dem Berliner Ernährungsrat, dem ZALF und agrathaer über bürgerschaftliches Engagement für eine Ernährungswende diskutiert. Besucht wurde der Gemeinschaftsgarten Himmelbeet und der genossenschaftliche Supermarkt Supercoop. Außerdem kam Gülcan Nitsch von der türkischsprachigen UmweltorganisationYeşil Çember hinzu, um über bürgerschaftliches Engagement aus migrantischer Perspektive zu sprechen sowie Magdalena Knobel vom Projekt Alle an einem Tisch des Ernährungsrats Berlin zum Thema “Zugang zu gutem Essen für alle”.  

Die EU-Gäste bekommen eine Einführung in das Baumhaus als LebensMittelPunkt.
Frischer, regionaler Salat zum Mittag
Toni Karge von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erzählt vom Himmelbeet

Die Gäste haben viel mitgenommen zur Frage was zivilgesellschaftliches Engagement voranbringt, einige davon:

  • Zu den Menschen hingehen und ansprechen, nicht warten, dass sie kommen
  • Eine Atmosphäre schaffen, die die Menschen gerne kommen lässt
  • Ansprechende Möglichkeiten zum Mitmachen schaffen

Am Donnerstag gab es einen Praxistag im Baumhaus: wie läuft ein Tag in einem LebensMittelPunkt ab? Es wurde zusammen mit der Nachbarschaft gekocht, Gemüse aus den gelieferten Solawi-Kisten verteilt und sich augetauscht. Zurück nehmen werden die Gäste viele Ideen und die Erkenntnis, dass LMPs ein wichtiges Werkzeug sind, um die Bevölkerung vor Ort in die Lage zu versetzen, Ernährungsdemokratie ganz praktisch auszuüben.

Systemische Lösungen für die Ernährungswende: Möglichkeitsräume in der Verwaltung finden

Für die (zukünftige) Umsetzung der Ernährungswende ist die Verwaltung sehr wichtig. Im Rahmen des EU-Projekts Foodshift 2030 luden Beatrcie Walthall (ZALF) und Lisa Haarhoff (Ernährungsrat Berlin) Ende Juni 2021 zum Workshop “Systemische Lösungen für die Ernährungswende: Möglichkeitsräume in der Verwaltung finden” Mitarbeiter*innen aus Bezirks- und Senatsverwaltungen ein. Die Teilnehmer*innen erarbeiteten sich Wege, wie Hemmschwellen in der Verwaltung bzgl der Ernährungswende im Alltag überwunden werden können.

Ein ausdrücklicher Wunsch der Teilnehmer*innen war, den Druck auf Politik aufrecht zu erhalten, damit die Ernährungswende als Querschnittsthema in der Verwaltungsstruktur Berücksichtigung findet. Das Selbstverständnis einer Verwaltung muss sich ebenfalls ändern: Nicht nur Verwaltungsleitung sollte hinter den Zielen stehen, wichtig sind auch die dazwischenliegenden Hierarchiestufen – die müssen ebenfalls mitziehen und für neue Ideen offen sein.

Das Interesse am Workshop zeigt, dass sich einige Pioniere aus der Verwaltung auf dem Weg hin zu einer nachhaltigeren Ernährung gemacht für Mensch, Tier und Umwelt haben. Weitere Workshops mit weiteren Zielgruppen unter dem Motto „Good Governance für eine Ernährungswende“ sind geplant.

Webinare für die Transformation des Ernährungssystems in Europa

Im Rahmen des FoodSHIFT-Projekts finden regelmäßig öffentliche Webinare statt (auf Englisch, zum Teil mit Übersetzung). Dort geht es (natürlich) um die Ernährungswende und wie diese gelingen kann. Konkrete Projekte aus der Europäischen Region werden vorgestellt. Hier gibt es Infos über kommende Veranstaltungen.

Mehr Info:

Für mehr Info wendet man sich an: Lisa.haarhoff@ernaehrungsrat-berlin.de