LebensMittelPunkte

Plakat: LebensMittelPunkt in jeden Kiez [zum vergrößern anklicken]

Der Berliner Ernährungsrat setzt sich dafür ein, dass in allen Bezirken dezentrale LebensMittelPunkte entstehen. In unserer Zukunftsvision entwickeln sie sich zu einer Art Institution des innerstädtischen Ernährungssystems.

Was sind LebensMittelPunkte

An diesen offenen Orten werden überwiegend regionale, hochwertige Nahrungsmittel gehandelt, gelagert, verarbeitet, gekocht und gegessen. Wo es die Gegebenheiten es zulassen, soll zudem Gemüse und Obst in gemeinschaftlich betriebenen Gärten oder mobilen Beeten angebaut werden. Gemeinschaftsküchen dienen sowohl der Zubereitung von Speisen, werden aber auch für Kochkurse und Ernährungsbildung aller Generationen genutzt. LebensMittelPunkte sind ein Treffpunkt, ein Lern- und Austauschort für verschiedenste Menschen vor allem aus dem jeweiligen Kiez oder Bezirk. Darüber hinaus sind sie Stadtteilzentren für konkreten und erfahrbaren Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz und wirken der Lebensmittelverschwendung entgegen.

FoodSHIFT: Werkstatt LebensMittelPunkte in Berlin

Gemeinsam mit dem Baumhaus im Wedding sind wir Praxispartner des europäischen Forschungsprojekts FoodSHIFT 2030. Als “Berlin Lab” entwickeln wir im Rahmen einer “Werkstatt LMP” gemeinsam mit unserem Lab-Partner “Baumhaus” im Wedding die Idee der LebensMittelPunkte weiter, arbeiten gemeinsam an einer Plattform zur Selbstorganisation der Bewegung und setzen uns für geeignete politische Rahmenbedingungen ein.

Forschungsvorhaben: LebensMittelPunkt für Friedrichshain-Kreuzberg

Außerdem sind wir am Forschungsvorhaben „Städtische Ko-Produktion von Teilhabe und Gemeinwohl: Aushandlungsprozesse zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren und städtischen Verwaltungen“ beteiligt und starten in diesem Rahmen einen Dialog mit dem Bezirk Friedrichshain/Kreuzberg. Ziel des Prozesses ist es, Möglichkeiten und Wege für die Schaffung eines LebensMittelPunktes im Bezirk zu errichten.

Erste LMP-Initiativen in Berlin

Erste LMP-Initiativen sind seit einigen Jahren mit kleineren Aktionen in Berlin aktiv. Mitstreiter*innen werden überall gesucht – zum Beispiel hier:

Ernährungscampus im Tempelhofer Flughafengebäude
Baumhaus im Wedding
LebensMittelPunkt Spandau
LebensMittelpunkt Lichtenberg
Haus der Statistik in Mitte

Auch Berlin 21 unterstützt LebensMittelPunkte in Berlin beim Aufbau. Im November 2019 wurde eine Informations- und Vernetzungsveranstaltung zum Aufbau bezirklicher LebensMittelPunkte organisiert.

Funktionseinheiten in einem LebensMittelPunkt

  • Mögliche Funktionseinheiten je nach Standort sind zum Beispiel:
  • Küche für Gemeinschaftsverpflegung (gewerblicher Mittagstisch für Berufstätige), nachbarschaftliches Kochen und Einmachen sowie Kochkurse
  • Essbereich
  • Café, Bäcker, Gastronomie gewerblich betrieben und für Ausbildungszwecke
  • Seminarraum für Ernährungsbildung und Workshops
  • Depot für Solidarische Landwirtschaft, Überschüsse aus Kleingärten sowie Fair-Teiler-Station geretteter Lebensmittel
  • Feste oder mobile Marktstände sowie Lagerflächen für Erzeuger und Verarbeiter aus Berlin-Brandenburg
  • Außen- oder Dachflächen falls vorhanden für Gemeinschaftsgarten oder eine Gärtnerei

Für die Verstetigung der Strukturen braucht es Menschen oder Gruppen, die einen LebensMittelPunkt betreiben. Rein ehrenamtlich ist das nicht zu stemmen. In der Anfangszeit bedarf es einer Anschubfinanzierung durch die öffentliche Hand oder Stiftungen. Mittel- bis langfristig soll sich jeder LebensMittelPunkt selbst tragen können.

LebensMittelPunkte organisieren

Für die Umsetzung benötigen die Beteiligten nun nicht nur konkrete Orte, sondern auch einen Kompass. Sie brauchen Methoden, um Organisations- und Entscheidungsstrukturen aufzubauen, die nach einer anderen Logik funktionieren als bisher oft üblich. Um Orientierung und Handwerkszeug zu lieferen, haben wir einen Bericht “Ernährungscampus und LebensMittelPunkte organisieren” verfasst. Es beschreibt die Elemente eines möglichen “Betriebssystems auf demokratischer, ökonomischer und organisatorischer Ebene:
Welche demokratischen Strukturen brauchen wir für die Selbstorganisation?
Wie können wir Wirtschaft neu denken?
Welche Organisationsstrukturen sind geeignet?
Wie kann Kommunikation organisiert werden?

Auf Grundlage des vorgestellten Betriebssystems wollen wir den Ernährungscampus als gemeinwohlorientertes Commons vorantreiben. Dort soll eine enkeltaugliche Ernährungsweise erforscht und entwickelt werden und Ernährungsbildung stattfinden. Ziel ist es gemeinsam herauszufinden, wie eine klimagerechte Ernährung Berlins ab 2030 aussieht und entsprechende Praktiken zu etablieren.

Weitere Infos & Materialien:

Kurzkonzept zu LebensMittelPunkten
Flyer LebensMittelPunkt
Plakat LebensMittelPunkt in jeden Kiez

Die Erstellung des Flyers und des Plakats wurde finanziell unterstützt durch die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Für die Inhalte ist allein der Ernährungsrat Berlin verantwortlich.

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement number 862716.