Online Dining – gemeinsam statt einsam | 28. November | 18:00 – 19:30

Essen verbindet über kulturelle Grenzen hinweg – daher haben wir das Projekt „Alle an einen Tisch“ ins Leben gerufen. Es bringt Geflüchtete zusammen mit der Nachbarschaft an den Esstisch – oder vor den Bildschirm. Gerade können wir leider nicht gemeinsam kochen wie gewohnt. Aber wir haben auch jetzt Lust drauf, neuen Menschen zu begegnen und übers Kochen und Essen in gute Gespräche zu kommen. Zum Beispiel darüber, was Euch wichtig ist beim Essen? Was müsste sich für Euch verändern? Wir wollen raus aus unserer Blase und erfahren, was Geflüchtete und Migrant*innen über das Ernährungssystem denken!

Deshalb laden wir Euch ♡lich zu unserem ONLINE DINING-Event am Samstag den 28.11.2020 ab 18:00 Uhr ein, um gemeinsam mit der Über den Tellerrand-Community mit regionalen und saisonalen Zutaten zu kochen und über nachhaltiges, regionales Essen ins Gespräch zu kommen.

Wie funktioniert das?

💜 An jedem ONLINE DINING-Tisch sitzen 6 Personen per Zoom am Laptop oder Smartphone um den eigenen Küchentisch. Eine davon ist ein*e Moderator*in aus unserem Über den Tellerrand-Team und eine davon ist eine Person aus dem Ernährungsrat Berlin.

💜Jeder Person kocht vorab ein Essen aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln. Dabei enthält das Essen eines der Gemüsesorten, die im November regional verfügbar sind: Rote Beete, Sellerie, Kürbis, Pastinaken oder Spinat.

💜Wir treffen uns vor der Videokamera (via Zoom), essen gemeinsam statt einsam und bekommen spannende Gesprächsimpulse rund um das Thema gute Ernährung für alle. Zudem wird der Ernährungsrat Berlin von seiner Arbeit berichten. Frische Zutaten, frische Gesichter und ganz viel Kennenlernen – geht auch online.

💜Ein ONLINE DINING geht ungefähr 90 Minuten.

Bitte meldet euch an unter: https://forms.gle/wk2vkAGkFsTYjY5W8

ANMELDEFRIST ist 26.11.2020 um 15 Uhr

Alles Dömmies oder was?! 

Bislang isst Berlin nicht klima- und sozial gerecht. Aber was heißt das? Und wie kriegen wir das Thema auf die Straße? Um parallel zu unserer Aktionskonferenze “Wir sind schon mal los” noch mehr Leute zu erreichen, haben wir uns an einem neuen Format ausprobiert: einer Satire-Aktion.

Dafür haben wir folgendes Plakat entworfen, das in den letzten Tagen an vielen Orten in Berlin Mitte aufgehangen wurde. Die Fleischproduktion – vom Anbau des Futtermittels bis hin zu den Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen – dient dabei als ein Brennglas dafür, was bisher schief läuft in unserem Ernährungssystem. Und das Fake-Unternehmen „Dömmies“ – ihr habt es vermutlich sofort erkannt – spielt auf ein durchaus reales Unternehmen an, das gerade in diesem Jahr in der Öffentlichkeit für ein System steht , das zunehmend in Frage gestellt wird.

Die Auflösung der Aktion (www.doemmies.de) soll gezielt nicht zum Verzagen sondern zum Handeln anregen, daher der direkte Link zum Ernährungsrat.

Und nun seid Ihr gefragt: Wie findet Ihr die Aktion? Was hat sie in Euch ausgelöst? Hinterlasst gerne einen Kommentar.

PM [19.11.20]: Wir sind schon mal los! Aktionskonferenz als Meilenstein für die Ernährungswende in Berlin

PRESSEMITTEILUNG:
19. November 2020

Wir sind schon mal los!

Aktionskonferenz als Meilenstein für die Ernährungswende in Berlin

Der Berliner Ernährungsrat veranstaltet vom 19.–21. November die digitale Aktionskonferenz „Berlin ernährt sich klima- und sozial gerecht im Jahr 2030“. Präsentiert werden neue Projekte, die die Ernährungswende voranbringen. Wissenschaftler*innen zeigen Wege für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem in Berlin und Brandenburg auf und Politiker*innen stehen Rede und Antwort zur Umsetzung.

Unter dem Motto „Wir sind schon mal los“ haben sich vielfältige Akteur*innen bereits im Vorfeld an Ideenküchen beteiligt – das reicht von der Fridays for Future-Bewegung über Unternehmer*innen und Hochschuldozent*innen bis zu Menschen aus der Berliner Verwaltung. Gemeinsam haben sie Umsetzungsprojekte auf den Weg gebracht, die am 20. November vorgestellt werden. „Damit die Ernährungswende gelingt, braucht es einen gemeinsamen Kompass und viele Menschen, die sich an unterschiedlichen Stellen in der Stadt dafür engagieren“, sagte Annette Jensen, Sprecherin des Berliner Ernährungsrats auf der Pressekonferenz.

In Kooperation mit der Berliner Tafel entsteht in der Nähe des Großmarkts ein Schaugarten, in dem Küchenabfälle mit Hilfe von Holzkohle so vererdet werden, dass sie dauerhaft klimaschädliches CO2 im Boden binden. „Wir möchten die Methoden nicht nur Kindern vermitteln, sondern möglichst viele Berliner*innen zum Mitmachen auf ihrem eigenen Balkon bewegen“, erläuterte Sabine Werth von der Berliner Tafel. Eine andere Werkstatt beschäftigt sich damit, ein „Klimafreundliches Rezeptbuch für Berlin“ zu erstellen, das die Vielfalt an Perspektiven und Bedürfnissen der Stadtbevölkerung widerspiegelt. Studierende setzen sich dafür ein, dass es mehr vegetarisches und veganes Essen an den Hochschulen gibt, und auch an neuen Logistikkonzepten für regionale Versorgungstrukturen wird getüftelt. Neben den neuen Initiativen präsentieren sich auch bereits laufende Projekte.

Julia Thöring von der Bewegung „Fridays for Future“ führte aus: „Wenn wir über Ernährung im Kontext der Klimakrise sprechen, reicht es nicht, wenn alle ein bisschen mehr Bio kaufen. Ohne drastische Emissionsminderungen im gesamten Ernährungssektor und ohne eine Agrarpolitik, die den Schutz von Klima, Boden und Biodiversität als höchste Priorität setzt, wird es keine Klimagerechtigkeit geben.” Deshalb startet die Aktionskonferenz mit Fakten. Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik und Ernährung, Prof. Dr. Harald Gretheund die Geografieprofessorin Dr. Marit Rosol stellen die Notwendigkeit einer Ernährungswende aus wissenschaftlicher Sicht dar. Städten kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Dass die Voraussetzungen in Berlin im Prinzip günstig sind, hatte Dr. Annette Piorr vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) bereits auf der Pressekonferenz betont: „Berlin-Brandenburg hat das Potenzial für eine klimafreundliche, bio-regionale Lebensmittelversorgung. Es ist wichtig, Bedingungen für Bauern und Bäuerinnen zu schaffen, die ihnen die nötige Transformation hin zu vielfältigen Fruchtfolgen und neuen Kooperationen erleichtern.”

Am Abschlusstag der Aktionskonferenz diskutiert der Ernährungsrat Berlin sowie Fridays for Future mit der Politik. Die zuständigen Staatssekretärinnen aus Berlin und Brandenburg, Margit Gottstein und Silvia Bender, sowie Parteipolitiker*innen mit fachlichem Bezug sollen Stellung beziehen, wie sie eine klima- und sozial gerechte Ernährungswende in Berlin vorantreiben wollen.

Das Programm der Veranstaltung und die Möglichkeit zur kostenlosen Anmeldung

Nachfragen: Niklas Schäfer, 0163 921 49 53; niklas.schaefer@ernaehrungsrat-berlin.de

Hintergründe:

Laut einem Bericht des Weltklimarats IPCC ist das gegenwärtige Ernährungssystem für 21 bis 37 Prozent der klimaschädlichen Gase verantwortlich, wenn alles mitgerechnet wird.

Weltweit steigt sowohl die Zahl der Hungernden als auch der Übergewichtigen. Mehr Info.

Städten kommt beim Aufbau von zukunftsfähigen Ernährungssystemen eine zentrale Rolle zu. Auf dem Papier ist Berlin ganz weit vorne: Als eine der ersten Städte hat Berlin das „Mailänder Abkommen über städtische Ernährungspolitik“ unterzeichnet und sich damit verpflichtet, ein gerechtes und dauerhaft tragfähiges Ernährungssystem einzurichten.  Mehr Info.

Außerdem hat der Senat im vergangenen Dezember die Klimanotlage verkündet. Die Einsicht, dass grundlegende Änderungen notwendig sind, ist in Berlin vorhanden – doch bei der Umsetzung hapert es noch.

Wissenschaftliche Berechnungen des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) zeigen, dass Berlin/Brandenburg sich potenziell selbst versorgen kann.

Diese Pressemitteilung als PDF zum Download (132 KB).

Bericht der Online-Versammlung am 28.10.

Am 28. Oktober 2020 fand unsere Vollversammlung Online statt. Insgesamt nahmen 54 Menschen teil.
Moderation: Christine Pohl
Protokoll: Inka Lange
Tech: Niklas Schäfer

TOP 0 – Einstieg für neue Interessierte

Vor Beginn des offiziellen Programms stellen wir zunächst den Ernährungsrat Berlin vor. Die Präsentation dazu findet sich hier.


TOP 1 – Wahlen und Übergangszeit

Vorgestellt von Henrike Rieken und Lea Kliem

Im Mai hatten wir die Wahlen zum Sprecher*innenkreis auf die Herbst-Vollversammlung verschoben – und nun konnten wir schon wieder nur zu einer Online-Versammlung einladen. Wir haben intensiv über Online-Wahlen nachgedacht. Der amtierende Sprecher*innenkreis ist seit über zwei Jahren im Amt, einige sind schon von Anfang an dabei – aber keiner möchte im Amt „festkleben“. Im Gegenteil, wir wollen, dass auch neue Gesichter den Ernährungsrat mitgestalten können und frischen Wind in die Runde bringen.

Wir sehen aber leider keine Möglichkeit, seriöse Wahlen online sicher und anonym abzuhalten. Der Ernährungsrat Berlin ist eine Plattform für ernährungsengagierte Menschen aus Berlin und der Region – eine Authentifizierung der Wahlberechtigten ist aber durch den offenen Charakter des Ernährungsrats als Bewegung ohne feste Mitgliedschaft unmöglich. Kurzum: Wir meinen, dass die Wahlen zum Sprecher*innenkreis des Ernährungsrat nur live stattfinden können, damit die gewählten Sprecher*innen hinterher auch wirklich das Vertrauen der ernährungsengagierten Menschen aus Berlin und der Region haben; und das Mandat, den Ernährungsrat zu vertreten.

Aber wir schmieden Pläne für eine Übergangsperiode, die wir gemeinsam mit den alten Sprecher*innen und den Kandidat*innen für die Neuwahlen gestalten wollen, bis wir uns wieder live treffen und wählen können – hoffentlich im Frühjahr. Aus dem aktuellen Sprecher*innenkreis verbleiben Henrike Rieken, Frank Nadler, Gundula Oertel, Annette Jensen, Sabine Werth, Oke Anyanwu und Lea Kliem im Übergangskreis. Es scheiden aus: Florian Niedermeyer, Gülcan Nitsch, Timo Kaphengst, Friederike Gaedke, Christine Pohl – vielen Danke für Euer Engagement!

Gemeinsam mit den bisherigen Kandidat*innen für einen neuen Sprecher*innenkreis – mehr Info zu den Personen hier – wollen wir diskutieren, wie die Übergangszeit aussehen kann und wie wir den Ernährungsrat Berlin in den nächsten Jahren gestalten können.

Christine Pohl scheidet als Sprecher*in des Ernährungsrat  Berlin aus und wird Ende des Jahres auch als Koordination des Ernährungsrat Berlin ausscheiden.

TOP 2 – Updates zu Projekten & Mitmachmöglichkeiten   

Aktionskonferenz: Wir sind schon mal los! 

Rike und Annette berichten über unsere Pläne für eine große Aktionskonferenz unter dem Titel 2030 ernährt sich Berlin klima- und sozial gerecht!  am 19.-21. November. Wir wollen zum einen eine Vision zeichnen: Wie sieht ein klima- und sozialgerechtes Berlin 2030 aus? Was braucht es dazu? Die Aktionskonferenz soll der Startschuss für die Umsetzung sein, bei der das Thema Begeisterung, Aufmerksamkeit und Rückenwind in der Stadtgesellschaft erzeugen soll. Dabei sollen vielfältige Menschen konkrete Projekte initiieren und umsetzen.
Aktuell finden Projektwerkstätten in Vorbereitung auf die Konferenz statt. Auf der Konferenz selbst sind neben Ideenküchen zur Weiterentwicklung der Projekte (detailliertes Programm hier) ein Science Slam (Bewerbungen noch bis zum 11.11.), zwei Paneldiskussionen, Raum für Austausch und Vernetzung sowie der Inspirationskessel (offene Projektbühne) geplant – eine Übersicht des Programms und Info zur Anmeldung finden sich auf der Konferenzwebseite.

Alle an einen Tisch
Inka berichtet von dem Projekt, dass sich mit der Teilhabe aller Menschen am Berliner Ernährungssystem befasst und Perspektiven von sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen auf das Berliner Ernährungssystem aufnehmen und diese Forderungen für eine Ernährungswende in stadtpolitische Diskurse einbringen will. Es haben bereits fünf Koch-Events mit Geflüchteten und Beheimateten stattgefunden – mehr Info dazu hier.
Wer Lust hat, mitzuwirken, meldet sich gern bei: inka.lange@ernaehrungsrat-berlin.de

Projektidee “Wahre Kosten”
Niklas stellt eine Projektidee für 2021 vor. Wir würden gerne ein Projekt umsetzen, bei dem in einzelnen Supermärkten die wahren Kosten von Lebensmitteln ausgezeichnet und abgerechnet werden. Wer mehr dazu wissen oder mitmachen will, meldet sich bei niklas.schaefer@ernaehrungsrat-berlin.de. Wendet Euch auch gerne mit Ideen für Förderquellen an uns.

Blick über Berlin hinaus
Gundula berichtet von den Aktivitäten im deutschsprachigen Ernährungsrätenetzwerk sowie unseren Ideen für die Einrichtung von Bürger*innenräten (Mehr info z.B. auf der Seite von Mehr Demokratie e.V.) zur Ernährungswende.

LebensMittelPunkte voranbringen!

Karen Wohlert vom Baumhaus Wedding berichtet aus der Werkstatt LebensMittelPunkte, die wir gemeinsam im Baumhaus vorantreiben. LebensMittelPunkte sollen lebendige, für alle zugängliche Zentren sein, an denen sich alles um klimagerechtes Essen dreht: Produktion, Verteilung, Zubereitung, Essen. Wir sind dabei, das Konzept LebensMittelPunkt am Beispiel des Baumhauses weiterzuentwicklung und eine Handreichung zu erstellen, die anderen Initiativen bei der Gründung und Weiterentwicklung ihrer Iniativen hilft. Unser Ziel ist, LebensMittelPunkte in allen Kiezen in Berlin zu errichten.

Mehr Infos gibt es auf der Webseite www.lebensmittelpunkte-berlin.de. Wer Ideen hat, Kontakte, oder selbst einen LMP starten möchte, kann sich an werkstatt@lebensmittelpunkte-berlin.de wenden.
Marit brachte ihre Erfahrungen aus Kanada ein: Etwas, was große  Teile aufgreift, sind die Community Food Centres – allerdings haben sie nicht unbedingt alle  Aspekte dabei. Das entwickelt sich aber durchaus. https://cfccanada.ca/en/Home
. Das kommt eher aus der Beyond Food Banking Idee heraus, deshalb starker Schwerpunkt auf sozial benachteiligte Gruppen/ Viertel.
 
Ansonsten noch sehr spannend in Toronto: https://foodshare.net/

TOP 3 – Breakout Rooms zu drei Themen

In drei parallelen Kleingruppen wurden zu folgenden Themen diskutiert:
– Ideen für eine Straßenaktion zur Aktionskonferenz (mit Niklas)
– Bezirkliche Ernährungsstrategien (mit Inka)
– Abgeordnetenhaus-Wahlen 2021 (mit Frank)

Aktionsidee zur Aktionskonferenz
Eine Idee für eine provokative Plakataktion wurde entwickelt. Wer mehr wissen will, meldet sich bei niklas.schaefer@ernaehrungsrat-berlin.de

Bezirkliche Ernährungsstrategien
Eine große Gruppe diskuterte darüber, welche Aspekte unserer Forderungen auf Bezirksebene berücksichtigt werden müssten. Es entstand ein umfangreiches Protokoll, das hier zu finden ist.

Abgeordnetenhaus-Wahlen 2021 – unsere ernährungspolitischen Schwerpunkte
Eine Gruppe diskutiere über die Themen, die wir für die Berlinwahlen 2021 auf die Agenda bringen wollen. Das Protokoll findet sich hier.

TOP 4: Marktplatz

Am 8.10. Ernährungsrat Potsdam wurde gegründet, weitere Ernährungsräte in Brandenburg: Havelland, Spreewald, Ostbrandenburg; Weitere Initiativen gibt es in Teltow/ Fläming und Oberhavel. Austauschtreffen zwischen den Ernährungsräten in Berlin und Brandenburg ist geplant.

Samstag 11 Uhr sendet der Ernährungsrat ein Interview mit Frau Charlotte Streck:  https://www.thfradio.de/, danach auch als Podcast verfügbar

TOP 5: Feedback und Abschluss

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in der Realität ;=).