Vollversammlung & Aufruf zur Sprecher*innenwahl am 19. April

Der Frühling steht vor der Tür und auch im Ernährungsrat regt sich wieder etwas. Am 19. April (18-21 Uhr) findet unsere nächste Vollversammlung statt. Es stehen wichtige Punkte auf dem Programm: Neben der Vereinsgründung vor allem die Wahl des Sprecher*innenkreis für die nächsten zwei Jahre. Daher gleich in den Kalender eintragen! Die Einladung mit weiteren Infos zur Agenda und dem Link zur Anmeldung findet ihr hier.

Ort: CRCLR (Circular Economy House), Rollbergstr. 26, 12053 Berlin

Außerdem kannst Du ab sofort und bis zum 15. April Deine Kandidatur als Sprecher*in einreichen. Ob der Posten etwas für Dich ist und wie Du Dich bewerben kannst, das findest Du alles hier im Aufruf. Wir freuen uns über vielfältige Kandidaturen!

Die Kandidaten finden sich hier.

 

 

Frohe Weihnachten!

Was alles so passiert ist im letzten Jahr, könnt ihr in dieser weihnachtlichen Erzählung nachlesen!

Frohe Weihnachten oder einfach entspannte Jahresendzeit wünscht der Ernährungsrat!

Bericht von unserer Projektküche

Am 9. Dezember kamen bei der Projektküche: Unsere Zukunftsrezepte für den Ernährungsrat knapp 50 Engagierte zusammen, um gemeinsam einen Plan für das nächste Jahr zu köcheln!

Mit viel Energie und Motivation haben wir gemeinsam diskutiert, mit welchen Aktivitäten wir unseren Forderungen Nachdruck verleihen wollen, worauf wir 2018 Lust haben und welche Aktionen wir daraus entwickeln können.

Zu verschiedenen Themen haben sich Projektgruppen gebildet, die bereits die nächsten Schritte geplant haben uns bald in Aktion treten werden – z.B. zu:

  • LebensMittelPunkte mit Kiezküchen
  • Bildung geht durch den Magen
  • Gemeinschaftsverpflegung
  • Essbare Stadt: Neue Flächennutzungskonzepte
  • Stadt-Land-Beziehung Berlin-Brandenburg
  • Mitsprache in der Agrarpolitik – Berlin ist keine Insel

Mehr dazu bald hier und in unserem Newsletter!

Zum Nachtisch haben wir gefeiert, lecker geschmaust und in Erinnerungen an das vergangene Jahr geschwelgt. Was alles so passiert ist im letzten Jahr, könnt ihr in dieser weihnachtlichen Erzählung nachlesen!

Zukunftsrezepte & Jahresausklang bei der Projektküche des Ernährungsrats

Am 9. Dezember wollen wir Euch alle herzlich einladen, gemeinsam einen Plan für das nächste Jahr zu köcheln!

Unsere Forderungen an die Politik für die Entwicklung einer Berliner Ernährungsstrategie haben wir gemeinsam verabschiedet – mit welchen Aktivitäten wollen wir ihnen jetzt Nachdruck verleihen? Wir wollen mit Euch herausfinden, was uns antreibt, worauf wir Lust haben und welche Aktionen wir daraus entwickeln können.

Und wir wollen gemeinsam feiern und das Jahr ausklingen lassen!

Mehr Info hier

 

Bericht vom Vernetzungskongress der Ernährungsräte

„Ernährungsdemokratie jetzt!“: Erster Kongress der Ernährungsräte gründet bundesweites Netzwerk

Nicht einmal zwei Jahre nach Gründung des ersten Ernährungsrates in Deutschland hat sich am Wochenende ein Netzwerk aus mehr als 40 Ernährungsräten und Ernährungsrats-Initiativen aus dem deutschsprachigen Raum zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Ernährungsdemokratie“ trafen sich in Essen knapp hundert Engagierte aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol auf dem ersten Kongress der Ernährungsräte, um demokratische Ernährungssysteme in den Kommunen aufzubauen. Internationale Ernährungsräte-Experten aus Brasilien, den USA, Kanada und Großbritannien unterstützten sie dabei. Nach einem Filmabend, tollen Berichten aus dem Ausland, einem fleißigen Austausch in vielen Workshops und einer Party stand am Ende fest: Die bestehenden Ernährungsräte und die vielen Gründungsinitiativen aus dem deutschsprachigen Raum wollen sich weiter vernetzen, Wissen teilen, neue Ideen gemeinsam ausarbeiten und so die „Ernährungswende von unten“ schnell nach vorne bringen.

Nach Berlin und Köln, die sich 2016 gründeten, gibt es Ernährungsräte inzwischen in Frankfurt am Main, Dresden, Oldenburg, Hamburg und im Saarland sowie in Oberösterreich, Zürich und Südtirol. Viele weitere stehen in Gründung. Doch wie gründet man eigentlich einen Ernährungsrat? Welche Akteur*innen sollten dafür in den Städten angesprochen werden? Welche Rechtsform sollte dieser haben? Welche Hindernisse gibt es und wie kann man diese überwinden? Zur Beantwortung dieser Fragen half unter anderem der Blick nach USA und Kanada, wo es die Vorbilder für die Ernährungsräte, die „Food Policy Councils“ bereits seit den 80-Jahren gibt. Dort sind die Councils inzwischen ein fester Bestandteil der kommunalen Ernährungspolitik.

Wayne Roberts, der fast dreißig Jahre den „Food Poliy Council“ in Toronto leitete (und eine sehr charismatische und sehr lustige Person ist), machte auf dem Kongress deutlich, wie viele Funktionen „Food“ für die Städte erfüllen könne. Werden Lebensmittel mehr gemeinschaftlich und regional erzeugt, hilft das nicht nur der Gesundheit, dem Umweltschutz und der lokalen Wirtschaft, ist Roberts überzeugt. Sondern dadurch wird auch soziale Gerechtigkeit und vor allem das Miteinander der Menschen in den Städten gefördert – auch über kulturelle, sprachliche oder andere Grenzen hinweg. Junge Ernährungsräte sollten diese positiven Effekte hervorheben und am besten durch tatkräftige Aktionen zügig beweisen. Dies erhöhe ihre Glaubwürdigkeit und die Aufmerksamkeit in den Kommunen. Auch empfiehlt Roberts, Jugend-Ernährungsräte zu gründen – vor allem die zur Jahrtausendwende Geborenen hätten ein hohes Interesse daran, gemeinsam über das Essen zusammenzukommen und die Ernährungspolitik selbst in die Hand zu nehmen.

Wie sich auf dem Kongress zeigte, kann die Struktur eines Ernährungsrates von Kommune zu Kommune völlig unterschiedlich sein, je nach den Gegebenheiten vor Ort. So sieht sich der Berliner Ernährungsrat im Gegensatz zum Kölner Pendant viel stärker als zivilgesellschaftliche Bewegung („bottom up“), die unabhängig von der Verwaltung eigene Forderungen in den politischen Prozess einbringen will. Der Kölner Ernährungsrat wiederum hat sich ganz bewusst breiter aufgestellt: Er setzt sich paritätisch aus Vertreter*innen der Stadtpolitik bzw. aus öffentlichen Instanzen, aus der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft zusammen.

Heiß diskutiert wurde die Frage, inwieweit man konventionelle Landwirtschaftsbetriebe mit in den Prozess einbezieht. Eine strikte Trennung zwischen „gut“ (=Bio) und „schlecht“ (=konventionell) wurde zumindest von Wayne Roberts und im Workshop um den Kölner Ernährungsrat als eher wenig zielführend angesehen. Vielmehr sollten Ernährungsräte möglichst viele unterschiedliche Akteure an einen Tisch bekommen, um so die Idee einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion breit in die Gesellschaft tragen zu können. Ernährungsräte könnten auch eigene Kriterien an eine „regionale und nachhaltige“ Lebensmittelproduktion erarbeiten. Auch in Berlin geht es nicht zum Beispiel nicht um Bio-Siegel, sondern um die Stärkung einer regionalen, bäuerlichen und nachhaltig produzierenden Landwirtschaft.

Hierbei und bei allen anderen wichtigen Fragen zur Gründung eines Ernährungsrates soll künftig das Netzwerk der Ernährungsräte helfen. Geplant ist, dass alle Initiativen sich über einen E-Mail-Verteiler austauschen, in den auch neue Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum aufgenommen werden. Zum Eintragen genügt eine Mail (ohne Betreff und Text) an: ernaehrungsraete-subscribe[ät]lists.riseup.net. Weitere Plattformen zum Austausch und ein gemeinsamer Internetauftritt sind in Arbeit.

Wir vom Ernährungsrat Berlin gehen glücklich, erschöpft und höchst motiviert aus diesem Kongress. Wir hätten nie gedacht, dass sich in so kurzer Zeit so viele Menschen in Deutschland und über seine Grenzen hinweg für das Konzept der Ernährungsräte einsetzen würden. Wir danken allen Teilnehmer*innen und freuen uns sehr auf den gemeinsamen Weg hin zu einer Ernährungsdemokratie die schmeckt, Spaß macht, Menschen miteinander verbindet und unsere Städte zukunftsfähiger, gerechter, glücklicher und klimafreundlicher macht!

Das Programm des Kongresses findet Ihr hier.

Fotos und eine Dokumentation der wichtigsten Ergebnisse des Kongresses findet Ihr demnächst ebenfalls auf dieser Webseite.

Wer in den Verteiler des Netzwerks der Ernährungsräte aufgenommen werden will, schreibt bitte an info@tasteofheimat.de

Hier findet Ihr die Pressemitteilung zum Kongress.

Der Kongress wurde möglich gemacht durch die freundliche Unterstützung von:

                                         

Pressemitteilung: „Ernährungsdemokratie jetzt!“: Bundesweites Netzwerk von Ernährungsräten gegründet

Erster Kongress der Ernährungsräte will urbane Ernährungspolitik auf die kommunale Agenda bringen
Pressemitteilung vom 12.11.2017

Essen: Unter dem Motto „Ernährungsdemokratie jetzt!“ wurde heute ein Netzwerk von mehr als 40 Ernährungsräten und Ernährungsrats-Initiativen aus dem deutschsprachigen Raum gegründet. Auf dem ersten Kongress der Ernährungsräte trafen sich am Wochenende in Essen Engagierte aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und Südtirol. Ihr Ziel: Sie wollen demokratische Ernährungssysteme in den Kommunen aufbauen. Ernährungsräte sind meist aus der Zivilgesellschaft gegründete, beratende Gremien der Städte. Sie stellen den Dialog zwischen Politik, Verwaltung, Landwirten, Händlern, Verbrauchern und Gastronomen her, um die Lebensmittelversorgung in den Städten zukunftsfähig und gerecht zu gestalten. Die ersten Ernährungsräte in Deutschland wurden 2016 in Berlin und Köln gegründet. Dieses Jahr kamen Frankfurt am Main, das Saarland, Dresden und Oldenburg dazu. Auch in Oberösterreich, Zürich und Südtirol gibt es Ernährungsräte, viele weitere stehen in Gründung.

Valentin Thurn, Gründer des Ernährungsrates in Köln und Filmemacher: „Über unsere Ernährung bestimmen heute vor allem große Lebensmittelkonzerne, die auf den Weltmarkt ausgerichtet sind. Doch immer mehr Menschen wollen mitentscheiden, wo ihr Essen herkommt und wie es produziert wurde. Die Ernährungsräte sind dafür ein perfektes Forum, das Konzept breitet sich in Deutschland rasend schnell aus. Mit dem neu gegründeten Netzwerk wollen wir diese Bewegung weiter stärken.“ Kommunen und Länder sollten das hohe Engagement der meist ehrenamtlichen Initiativen unterstützen. Die Ernährungswende von unten sei eine riesige Chance für Städte, sich klimafreundlicher und gesünder zu versorgen. „Essen kann eine Brücke zwischen sozialen und ethnischen Gruppen sein. Nicht zuletzt können wir so das Thema Nachhaltigkeit mit Spaß verbinden“, sagte Thurn.

Ziel der Ernährungsräte ist es, die Lebensmittelversorgung in den Städten transparent zu machen, lokale Erzeuger zu stärken und Lebensmittel aus dem Umland direkt in die Städte zu bringen. Kleinbäuerliche Betriebe sollen tragfähige Einkommensperspektiven erhalten und faire, vielfältigere Marktstrukturen aufgebaut werden. Zudem müssen nachhaltig erzeugte Lebensmittel für einkommensschwache Haushalte zugänglicher werden. Die Idee der Ernährungsräte stammt aus Nordamerika, wo sich die ersten „Food Policy Councils“ vor 30 Jahren gründeten und inzwischen weit verbreitet sind. Auf dem Essener Kongress tauschten sich Ernährungsrats-Experten aus den USA, Kanada, Brasilien und Großbritannien mit der jungen Gründerszene im deutschsprachigem Raum darüber aus, wie Ernährungsräte erfolgreich gegründet werden und arbeiten können.

Christine Pohl vom Ernährungsrat Berlin: „Urbane Ernährung wird bisher als politisches Handlungsfeld weitgehend vernachlässigt. Aber wir brauchen Ernährungspolitik in den Städten, denn hier müssen die Veränderungen beginnen. Ernährungsräte sind die lokale Antwort auf viele Probleme, die durch unser derzeit globalisiertes Ernährungssystem verursacht wurden. Die Frage: ‚Wie ernährt sich meine Stadt?’ ist so einfach wie wichtig. Jetzt kommen endlich die unterschiedlichsten Menschen zusammen, um gemeinsam die Bestimmungsmacht über ihre Teller zurückzugewinnen.“

Fotos der Konferenz schicken wir Ihnen gerne auf Anfrage zu.

Kontakt: christine.pohl@ernaehrungsrat-berlin.de, 0152-51655502

Mehr Informationen zu Ernährungsräten auch unter:
www.ernaehrungsraete.de

Essen ohne Amazon

Der Onlinehandelsriese Amazon streckt seine Finger nach unseren Kühlschränken aus –  mit seinem Lebensmittel-Lieferdienst Amazon fresh. Damit steigt ein Konzern in den Handel mit frischen Lebensmitteln ein, der unberechenbar und für sein aggressives Marktverhalten bekannt ist.  Datensammelwut, massive Verletzung von Arbeitnehmer*innenrechten, Steuervermeidung in Millionenhöhe und der Ruin vieler kleiner Buchläden verheißen nichts Gutes für die Landwirtschaft und Lebensmittelbranche. Was wir für die Zukunft der bäuerlichen Landwirtschaft brauchen, sind faire Preise und die Unabhängigkeit der Landwirt*innen von Konzernen. Dahin führen kurze regionale Lieferketten und eine Auswahl an Möglichkeiten der Vermarktung – online und offline.

Deswegen unterstützen wir die Kampagne „Essen ohne Amazon! “ von Aktion Agrar!

Hier Appell unterzeichnen

Und hier gibt es mehr Hintergrundinfo

Der Senat lädt zur Kick-off-Veranstaltung für die Entwicklung einer Berliner Ernährungsstrategie

Die Senatsverwaltung lädt am Freitag, 20. Oktober 2017 (10:00 bis 17:00 Uhr) in der Neue Mälzerei (Friedenstraße 91) zur Auftaktveranstaltung für eine neue Ernährungsstrategie.

Ein Ziel der Veranstaltung ist, das Kopenhagener Modell kennezulernen und dessen Umsetzbarkeit und Übertragbarkeit für Berlin zu diskutieren. In Kopenhagen wird die Versorgung in städtischen Einrichtungen zu 90% regional und mit Bio-Lebensmittelns gestaltet – davon kann Berlin sicher einiges lernen!

Auch vom Ernährungsrat Berlin werden wir vor Ort sein und unsere frisch in der Vollversammlung verabschiedeten Forderungen an die Politik vorstellen. Dabei geht es uns natürlich nicht nur um die öffentliche Verpflegung, sondern auch um die Stärkung regionaler Wertschöpfungskreisläufe, vielfältige Versorgungsstrukturen, Lebensmittelverschwendung, Bildung für zukunftsfähige Ernährung, die essbare Stadt Berlin und vieles mehr!

Mehr Info zu der Veranstaltung auf der Webseite des Senats

Anmeldungen über ernaehrungsstrategie@ariadne-an-der-spree.de