Ernährungsrat-Stammtisch am 28. Mai

Foto: Vagabund Brauerei

Sind Euch auf den Vollversammlungen die Pausen auch immer zu kurz? Wollt ihr Euch einfach mal ohne Tagesordnung und Moderation unterhalten? Dazu gibt es jetzt die Gelegenheit bei unserem Stammtisch: Der nächste findet am 28. Mai ab 18:00 in der Vagabund-Brauerei in der Antwerpener Str. 3 statt.

Bericht Vollversammlung & Debattencamp

Ernährungspolitisches Debattencamp im Rahmen der Vollversammlung

Am 08. Mai 2019 haben wir im Rahmen unserer Frühlings-Vollversammlung zu einem Debattencamp über die Berliner Ernährungsstrategie sowie die heiße Frage nach dem Zugang zu gutem Essen für alle in die Alte Zollgarage (Flughafen Tempelhof) geladen. Wieder waren viele Aktive mit dabei. Gut 50 Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen – Verbände und Vereine, Erzeuger*innen, Wissenschaft sowie interessierte Verbraucher*innen waren zur Debatte zusammengekommen. Besonders gefreut haben wir uns, dass wieder rund ein Viertel neue Interessierte hinzugekommen sind, um sich am ernährungspolitischen Diskurs zu beteiligen!

Themenblock 1: Zukunftsfähige Ernährungsstrategie – was nun?

In einem Fish-Bowl Format wurde angeregt darüber diskutiert, wie sich der Ernährungsrat im Rahmen der Ernährungsstrategie des Senats noch stärker für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem positionieren kann und inwiefern die Arbeit stärker politisch ausgerichtet werden soll. Wir haben uns sehr über die vielen energetischen und konstruktiven Beiträge gefreut. Hier findet sich ein ausführliches Fotoprotokoll des Debattenverlaufs.

Themenblock 2: Zugang zu gutem Essen für alle – aber wie?

Im zweiten Teil wurde das komplexe Thema angerissen sowie eine Tischvorlage für ein Positionspapier zu „Zugang zu gutem Essen für alle“ vorgestellt und andiskutiert. Auf Pinnwänden wurde Feedback gesammelt und vereinbart, Räume für die weitergehende Diskussion zu schaffen: zum einen soll das Positionspapier im Rahmen einer Schreibwerkstatt weiterentwickelt werden, und zum anderen wollen wir unsere Strategiewerkstätten für die weitere Diskussion nutzen sowie eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema organisieren. Hier findet sich ein Fotoprotokoll des Diskussionsverlaufs.

Abstimmungen im Rahmen der Vollversammlung

Zudem wurde im Rahmen der Vollversammlung Friederike Gaedke als neue Sprecher*in vom Plenum mit 45 Ja-Stimmen, 5 Enthaltungen und keinen Gegenstimmen bestätigt. Herzlich willkommen, Frieda! Den aktuellen Sprecher*innenkreis findet ihr hier.

Markt der Möglichkeiten

Last but not least gab es einen „Markt der Möglichkeiten“ – die eingegangenen Aufrufe und Informationen findet Ihr hier.

Update zum Interessenbekundungsverfahren: Keine Einladung zur zweiten Stufe

Wir haben inzwischen ein Schreiben der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung erhalten, dass unser Antrag im Interessenbekundungsverfahren für das „House of Food“ nicht berücksichtigt werden konnte. Wir waren zwar unserer Meinung nach mit unserem kooperativen Ansatz, dem von uns gebildeten breiten Kompetenzteam sowie dem Netzwerk an Unterstützern bestens aufgestellt, der Senatsverwaltung reichte jedoch leider die nachgewiesene praktische Erfahrung des Ernährungsrats in vergleichbaren Projekten (Umstellung der Gemeinschaftsverpflegung) nicht aus.

Natürlich werden wir in den nächsten Monaten trotzdem konstruktive Diskussionen zur inhaltlichen Ausrichtung, zukünftigen Struktur, Betreiberschaft und Finanzierung für ein langfristig angelegtes und gemeinwohlorientiertes House of Food einfordern – an unserer Kritik, wie im Offenen Brief und der Unterstützererklärung dargelegt, hat sich nichts geändert. Auch halten wir das Tempelhofer Flughafengebäude nach wie vor für einen sehr geeigneten Standort für das House of Food. Dabei handelt es sich um eine landeseigene Immobilie, und  es gibt mehrere leerstehende Küchen und Kantinenräume. Wie uns die Geschäftsführung der Tempelhof Projekt GmbH vor einigen Tagen bestätigte, wäre eine dauerhafte Nutzung der Räume für ein House of Food möglich.

Wir bleiben mit der Senatsverwaltung und natürlich Euch allen im Gespräch! Eine nächste Gelegenheit zur offenen Debatte ist auf unserer Vollversammlung am 8. Mai.

Wir danken allen Unterstützer*innen noch einmal ausdrücklich für das entgegengebrachte Vertrauen!

Berliner Ernährungsrat ist Unterstützer der Brandenburger Volksinitiative „Artenvielfalt retten – Zukunft sichern“

Denn eine naturverträgliche Landwirtschaft heißt, Boden, Wasser, Klima, Biodiversität und Landschaft zu schützen – und wir wollen, dass Landwirt*innen dabei unterstützt werden. Die Volksinitiative will Rahmenbedingungen für einen verbesserten Schutz der Artenvielfalt in Brandenburg festlegen. Daher haben die Initiatoren – NABU, BUND, NaturFreunde sowie deren Jugendorganisationen, die Grüne Liga und die Aurelia Stiftung – ihre wichtigsten Forderungen in konkrete Gesetzesvorschläge einfließen lassen. Die Initiatoren fordern eine politische Kehrtwende für die Artenvielfalt.

Etwa die Hälfte der Landesfläche Brandenburgs wird landwirtschaftlich bewirtschaftet. Dort müssen wir ansetzen, wenn wir das Artensterben stoppen wollen. Viele Studien belegen, dass die derzeitige intensive Form der Landbewirtschaftung zum Verlust der biologischen Vielfalt beiträgt. Dabei sind Lösungen vorhanden – laut Wissenschaft müssen vorrangig folgende Maßnahmen ergriffen werden: Einschränkung des Pestizideinsatzes in der Landwirtschaft; Extensivierung der Landwirtschaft; Erhöhung der Artenvielfalt des Grünlands; Pflege von Naturschutzgebieten; mehr Natur im öffentlichen Raum; weniger Lichtverschmutzung und die Förderung von Wildbestäubern. Dazu gehört auch, für Biotopverbünde Heckenstrukturen, Kleingewässer oder Saum- und Blühstreifen einzurichten.

Die Forderungen der Volksinitiative in Kurzfassung:

  • Pestizidverbot in Schutzgebieten: Der Pestizid-Einsatz muss in Naturschutz- und FFH-Gebieten konsequent verboten werden, um wertvolle Lebensräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu erhalten!
  • Landeseigene Flächen naturverträglich bewirtschaften: Brandenburg soll seine landwirtschaftlichen Flächen vorzugsweise nach ökologischen Kriterien verpachten!
  • Zehn Meter breite Gewässerrandstreifen: Randstreifen an Gräben, Bächen und Kleingewässern verringern wirksam Einträge von Pestiziden und Düngemitteln und schützen Gewässer und Böden!
  • EU- und Landesgelder für eine am Gemeinwohl orientierte naturnahe Landwirtschaft: Agrarsubventionen (in Brandenburg jedes Jahr bis zu 500 Millionen Euro) müssen umwelt- und klimagerecht u.a. für Blühflächen, Hecken und artenreiches Grünland eingesetzt und Landwirte für den Mehraufwand entlohnt werden! Das Land muss den Ökolandbau fördern und den Pestizideinsatz verringern.
  • Weniger Pestizide, Lichtverschmutzung und Flächenverbrauch: Das Land muss sich für pestizidfreie Kommunen, eine Minderung der Lichtverschmutzung und eine nachhaltige Siedlungsentwicklung einsetzen.

Wer darf unterschreiben?

Das Recht zu unterschreiben haben alle Einwohner*innen Brandenburgs, die das 16. Lebensjahr vollendet haben. Darunter fallen auch alle in Brandenburg mit dem Erstwohnsitz gemeldeten EU-Bürger*innen sowie Staatsangehörige anderer Länder, die im Besitz einer Aufenthaltsgenehmigung sind.

Was kann ich für den Insektenschutz tun, wenn ich nicht in Brandenburg gemeldet bin und daher nicht unterschreiben kann?

Auch wer nicht in Brandenburg gemeldet ist, kann natürlich auf der Straße oder im Freundes- und Bekanntenkreis helfen Unterschriften zu sammeln! Darüber hinaus gibt es verschiedene bundesweite Unterschriftenaktionen, die man unterzeichnen kann, z.B. bis Juni vom BUND-Bundesverband (https://aktion.bund.net/lass-brummen ) oder bis 1. Mai die Bundestagspetition „Pestizidkontrolle Jetzt!“ (https://www.pestizidkontrolle.de/).

Du willst Unterschriften sammeln?

Hier gibt es Infos dazu.

Noch mehr Infos gibt es auf der Homepage: https://artenvielfalt-brandenburg.de/

Einladung zum Ernährungsrat-Stammtisch

Sind euch auf den Vollversammlungen die Pausen auch immer zu kurz? Wollt ihr euch einfach mal ohne Tagesordnung und Moderation unterhalten? Oder wart ihr noch nie beim Ernährungsrat und wollt uns einfach mal kennenlernen?

Dazu gibt es jetzt die Gelegenheit: Wir richten einen Stammtisch zum informellen Zusammenkommen und Austausch ein! Kommt am Dienstag 23. April ab 18:00 in die Vagabund-Brauerei in der Antwerpener Str. 3. Wer mag, kann eine Kleinigkeit zu Schnabulieren mitbringen, in der Brauerei kann man kein Essen kaufen – dafür aber jede Menge handgebrautes Craft Beer.

Wir freuen uns auf euch! Kommt einfach vorbei – keine Anmeldung erforderlich!

WAS: Stammtisch zum informellen Zusammenkommen und Austausch

WANN: Dienstag 23. April | ab 18 Uhr

WO: Vagabund-Brauerei, Antwerpener Str. 3, 13353 Berlin

PM: Der Senat hat das „House of Food“ ausgeschrieben – der Berliner Ernährungsrat bewirbt sich

PRESSEMITTEILUNG 
Berlin, 28. März 2019

Der Senat hat das „House of Food“ ausgeschrieben – der Berliner Ernährungsrat bewirbt sich

In den Kantinen Kopenhagens kommen fast ausschließlich bio-regionale Lebensmittel auf den Tisch – ohne dass die Kosten im Vergleich zu vorher wesentlich gestiegen sind. Diesem Vorbild will der Berliner Senat folgen und hat deshalb die Entwicklung eines „House of Food“ nach Kopenhagener Vorbild ausgeschrieben. Bis Mittwoch Nacht konnten Interessenbekundungen bei der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung eingereicht werden. Auch der Berliner Ernährungsrat hat eine Bewerbung abgegeben. (Unsere offizielle Erklärung zu diesem Schritt finden Sie hier: http://ernaehrungsrat-berlin.de/wp-content/uploads/2019/04/Erklaerung-zur-Interessenbekundung-HoF_ER-Berlin_mit-Unterstuetzern.pdf

„Wir stehen für einen kooperativen Ansatz und wollen möglichst viele ernährungspolitisch Aktive in den Entwicklungsprozess einbinden“, sagt Gundula Oertel, eine der Gründerinnen des Ernährungsrats und Mitglied im Sprecher*innenkreis. Das 2016 gegründete Bündnis vereint vielfältige Akteure aus Wissenschaft und Praxis und vom Acker bis zur Küche in Berlin und Brandenburg. Ziel des Netzwerks ist eine Ernährungswende, die qualitativ hochwertige und zugleich erschwingliche Lebensmittel für alle ermöglicht und nicht auf Kosten der Umwelt oder künftiger Generationen geht. Deshalb sollte das „House of Food“ in Berlin kein isoliertes Leuchtturmprojekt werden, sondern Initialzündung eines grundlegenden Wandels, so Oertel. Für eine so weitreichende Umstellung bedürfe es ganzheitlicher Ansätze, die systemische Veränderungen anstoßen und zugleich weite Teile der Berliner Bevölkerung für sich gewinnen könnten. 

Einen möglichen Standort hat der Berliner Ernährungsrat bereits ins Auge gefasst: Im Tempelhofer Flughafengebäude gibt es einen Gebäudetrakt mit fünf Küchen und mehreren Speiseräumen. Bis vor acht Jahren wurden sie als Kantinen genutzt, anschließend bereitete die Modemesse Bread&Butter hier ab und zu Essen zu, heute stehen sie leer. Hier könnten nicht nur die „House of Food“-Trainings für die Profis in den Berliner Schul-, Verwaltungs- und Gefängniskantinen stattfinden. Platz genug wäre auch für einen offenen Ort, wo Kinder kochen lernen und erfahren, wo die Milch herkommt und wo bio-regionale Lebensmittel gehandelt, verarbeitet und verspeist werden.

In den kommenden beiden Wochen wird die Senatsverwaltung drei Bewerber einladen, einen regelrechten Projektantrag abzugeben. Der Ernährungsrat rechnet sich gute Chancen aus. Zum einen war das Bündnis im vergangenen Herbst bereits federführend an der Organisation der „Regio-Woche“ beteiligt, bei der 60.000 Schüler*innen an über 275 Berliner Schulen eine Woche lang mit bio-regionalen Mahlzeiten versorgt wurden. Dabei sammelten die Beteiligten bereits Erfahrungen, wie ein ganzheitlich organisierter, ökologisch nachhaltiger und dabei weitgehend kostenneutraler Wandel in „Köpfen und Töpfen“ für Berlin und Brandenburg praktisch aussehen könnte. Zum zweiten steht hinter der Interessenbekundung des Berliner Ernährungsrats ein Netzwerk von Menschen mit vielfältigen Kompetenzen und Expertisen, die ihre Mitwirkung zugesagt haben. Zahlreiche Organisationen, Institutionen, Unternehmen und Personen haben bereits ihre ideelle Unterstützung signalisiert.

Weitere Infos: Erklärung zu unserer Abgabe einer Interessensbekundung zur Projektförderungfür ein „House of Food“ in Berlin

Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an:

presse@ernaehrungsrat-berlin.de oder

Annette Jensen: 0170 23 53 115    

Gundula Oertel: 0177 570 15 25      

Christine Pohl: 0152-51655502

Interessenbekundung für „House of Food“

Wie gegenüber unserem Aktivenkreis angekündigt haben wir gestern Abend offiziell unsere Interessenbekundung für das mehrstufige Verfahren zur Projektförderung für ein Berliner „House of Food“ eingereicht. Wir haben darüber im Sprecher*innenkreis lange diskutiert und gehen diesen Schritt ausdrücklich nicht in Konkurrenz zu anderen möglichen Bewerber*innen aus dem Berliner und Brandenburger Netzwerk. Hier ist eine Erklärung zu finden, die unsere Motive und Vorstellungen erläutert. Wir freuen uns, dass bereits zahlreiche Organisationen und Personen unseren Weg unterstützen – und laden weitere ein, dies zu tun.

Infobrief Februar 2019

Das Jahr 2019 hat ernährungspolitisch schon so einiges mit sich gebracht! Hier sind unsere Neuigkeiten:

Ernährungsstrategie – wo bleibt die Ernährungsdemokratie?

Die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung hatte für den 20. Februar eingeladen, um über „den fortlaufenden Prozess der Entwicklung der Berliner Ernährungsstrategie“ zu informieren und erste Ergebnisse vorzustellen. Anlässlich der Veranstaltung haben wir zwei Tage zuvor einen Offenen Brief an Senator Behrendt und Staatssekretärin Gottstein geschickt. Darin fordern wir größere Transparenz im Prozess als bisher und die umfassende Partizipation der Berliner*innen. Ebenso wie die langfristig finanzierte und strukturell besser durchdachte Implementierung eines Beratungszentrums für die zukunftsfähige Umstellung der kommunalen Gemeinschaftsverpflegung, das bisher als „House of Food“ oder „Haus des guten Essens“ in den Senatsplänen genannt wird. Außerdem schlagen wir die Gründung einer strategischen Steuerungsgruppe vor, die den Prozess der Ernährungswende systematisch auf allen Ebenen – nicht nur im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung – vorantreibt und der deshalb auch der Ernährungsrat angehören soll.

Auf der Veranstaltung der Ernährungsstrategie wurden zwar einige Projekte insbesondere im Bereich der Gemeinschaftsverpflegung vorgestellt und mittlerweile kann man auch die im Beteiligungsprozess 2018 entstandenen Empfehlungen für die Ernährungsstrategie auf der Webseite des Senats finden. Ernstzunehmende Beteiligungschancen für die Öffentlichkeit, die den Maßnahmenkatalog nicht nur vorstellen, sondern die Debatte eröffnen und seine Weiterentwicklung in einen wahrhaft „ernährungsdemokratischen“ öffentlichen Diskurs überführen könnten, fehlen aber auch hier.

Noch lässt der Prozess der Ernährungsstrategieentwicklung also Wünsche offen – denn ein Ziel wie Ernährungsdemokratie lässt sich nach unserer Auffassung nur durch einen durchgehend transparent und partizipativ angelegten Prozess erreichen. Darüber werden wir nicht nur mit der Senatsverwaltung im Gespräch bleiben, sondern auch mit anderen Parteien und den Medien in Berlin und in Brandenburg! Eine Antwort des Senators auf unseren offenen Brief, die ihrerseits ein Beitrag zu mehr Transparenz, Öffentlichkeitsbeteiligung und Ernährungsdemokratie sein sollte, hat uns bisher noch nicht erreicht – aber wir bleiben dran.

Wir fangen dann schon mal an das Berliner Ernährungssystem umzukrempeln – macht ihr mit?

Ein Kleinbus bringt Kantinenbetreiber zu Brandenburger Biobetrieben, wo sie einen Eindruck von der Arbeitsrealität auf den Höfen bekommen und Kontakte zu Erzeugern knüpfen. Bei einer Podiumsdiskussion erörtern Bäuerinnen, Händler und Wissenschaftlerinnen mit der Öffentlichkeit die Herausforderungen von regionalen Wertschöpfungssystemen. In einem interkulturellen Workshop werden migrantische Perspektiven auf das Berliner Ernährungssystem aufgespürt.  

So oder ähnlich sehen Aktivitäten aus, die der Ernährungsrat in den nächsten Monaten plant. Wollt ihr mitmachen? Dann kommt kurzentschlossen noch heute Abend (Montag 4. März 18-20 Uhr) ins IÖW-Lab (Potsdamer Str. 105, im zweiten Tordurchgang) zu unserer Projekt- und Kampagnenwerkstatt dazu. Zu spontan, aber ihr seid interessiert? Dann sagt uns trotzdem Bescheid (kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de) oder schaut auf unsere Webseite, denn solche Treffen wollen wir demnächst öfter veranstalten!

Wenn ihr lieber strategisch denken und die politische Positionierung des Ernährungsrats im weiteren Entwicklungsprozess der Ernährungsstrategie vorantreiben wollt, dann kommt zu unseren Strategiewerkstätten. Die nächste ist für Mitte April geplant, der genaue Termin wird bald auf unserer Webseite bekanntgegeben.

Ebenfalls um die Ernährungsstrategie und unsere Projekte und sonstigen Aktivitäten wird es natürlich auf der Frühjahrs-Vollversammlung des Ernährungsrats gehen. Diese findet am 8. Mai von 17:30-20:30 in der Alten Zollgarage des Tempelhofer Flughafengebäudes statt – merkt euch den Termin schon mal vor! Genauere Infos zur Agenda finden sich dann demnächst hier.

Kostenloses, gutes Essen für alle Kita- und Schulkinder!

Bis zur Klasse 6 soll Schulessen in Berlin bald kostenlos sein – das finden wir richtig. Schon in unserem Forderungskatalog vom Oktober 2017 erläutern wir, dass kostenloses, qualitätvolles Essen für alle Kinder in Berliner Kitas und Schulen eine Voraussetzung ist, um allen Kindern den Genuss guten Essens zu ermöglichen. Die Krux an der Sache ist jedoch: In den jüngsten Beschlüssen spielt Qualität keine Rolle. Dass das Essen an Kitas und Schulen zukünftig also nachhaltig und fair produziert, ausgewogen und obendrein lecker und appetitlich angerichtet ist, muss leider stark bezweifelt werden. Das ruft laut nach Nachbesserung! Ein erster Ansatz dazu kann z.B. die Petition der Christlichen Initiative Romero für Faires Schulessen in Berlin sein.

Ernährungspolitik ist nicht nur Regionalthema

Das wissen wir natürlich alle! Deswegen haben wir gemeinsam mit 35.000 engagierten Menschen am 19. Januar bei der Wir haben es satt-Demo eine faire Agrarreform und eine klimagerechte Landwirtschaft gefordert. Mit dabei: die Ernährungsräte aus Berlin, Köln, Bonn, Frankfurt am Main, Oldenburg, München, Hamburg und Hannover. Hier gibt’s noch ein paar Eindrücke von der gesamten Demo und die inspirierende Rede unserer Sprecherin Lea Kliem bei der Auftaktkundgebung!

Wir haben uns außerdem dem Positionspapier „Agrarökologie stärken. Für eine grundlegende Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ angeschlossen und fordern gemeinsam mit 55 weiteren zivilgesellschaftliche Organisationen die Bundesregierung auf, Agrarökologie zum zentralen Förderkonzept zur Armutsbekämpfung und zur Anpassung an die Klimakrise zu machen und sie als Grundlage für eine Reform der EU-Agrarpolitik zu nutzen.

Der Weg zu einer gemeinsamen EU Ernährungspolitik

Dass eine politische Ernährungswende dringend nötig ist, sehen natürlich nicht nur wir. In Brüssel wurde jetzt ein aktueller Bericht veröffentlicht, der als Gegenentwurf zur gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) eine grundlegende Reform hin zu einer gemeinsamen Ernährungspolitik vorschlägt: „Towards a Common Food Policy for the European Union: The Policy Reform and Realignment that ist required to buld sustainable Food Systems in Europe

Denn bislang gibt die Europäische Agrarpolitik keine Antworten auf die Frage, wie die großen Herausforderungen des Klima-, Umwelt- und Tierschutzes oder des weit verbreiteten Höfesterbens. Dabei wären die politischen Einflussmöglichkeiten enorm, denn rund 40 Prozent des EU-Haushaltes gehen in die Agrarsubventionen.

Vorgelegt wurde der Bericht von IPES-Food, einem Experten-Panel, das sich unter der Leitung von Olivier de Schutter (UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, 2008-1014) für nachhaltige Ernährungssysteme einsetzt. In einem dreijährigen Prozess haben sie unter Einbezug von Experten und Akteuren aus ganz Europa in verschiedenen Workshops und Konferenzen den Entwurf für eine gemeinsame Europäische Ernährungspolitik entworfen. Auf dem Blog Speiseräume fasst Philipp Stierand die wesentlichen Thesen des Berichts zusammen. Auch Ernährungsräte werden in dem Bericht als zentraler Akteur für eine zukunftsfähige Ernährungspolitik genannt. Und es wird eine systematische institutionelle Förderung für diese neuen zivilgesellschaftlichen Initiativen aus EU-Töpfen gefordert!

Mediterranen Esskulturen in die Töpfe geschaut

Bei den ganzen politischen Aktivitäten haben wir das Kulinarische nicht vergessen! Auf der Internationalen Grünen Woche haben wir gemeinsam mit der türkischen Umweltorganisation Yeşil Çember (Türkisch für „Grüner Kreis“) eine türkische Kochshow veranstaltet. Damit wollten wir deutlich machen, dass der Ernährungsrat Berlin für ein vielfältiges und sozial gerechtes Ernährungssystem eintritt, das allen Bürger*innen Zugang zu gutem und kulturell angepasstem Essen ermöglicht – unabhängig von Einkommen, kulturellem Hintergrund, Bildung, Geschlecht oder Herkunft. In Berlin leben etwa 200.000 türkischstämmige Bürger*innen: ihre Mitsprache darf bei der Entwicklung eines zukunftsfähigen Ernährungssystems nicht fehlen. Mehr Info zu der Kochshow, Fotos und Rezepte finden sich hier.

Danke für die Unterstützung!

Im Dezember haben wir Euch alle darum gebeten, uns aus der Finanzpatsche zu helfen. Wir bedanken uns herzlich bei allen, die diesem Aufruf spontan nachgekommen sind! Durch Eure Unterstützung und eine Projektmittelzusage haben wir jetzt erstmal genug Mittel, um unsere Geschäftsstelle weiterbetreiben zu können – allerdings nur bis August 2019. Wir wollen und müssen unsere Finanzierung auf stabilere Füße stellen, um nicht alle paar Monate wieder um unsere Existenz fürchten zu müssen. Deshalb freuen wir uns auch weiterhin über Spenden an den Ernährungsrat Berlin e.V., Konto: DE35 4306 0967 1225 3232 00, GENODEM1GLS (Verwendungszweck: „Überlebensmittel“). Da wir als gemeinnützig anerkannt sind, dürfen wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen. Wer (bei Beträgen über 100 €) eine solche benötigt, schreibt uns dies mit Adresseangabe und unter dem gleichen Stichwort bitte an kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de.