LebensMittelPunkt Tempelhof

Ernährungscampus Tempelhofer Flughafen

Für die Umsetzung einer sozialökologischen Ernährungswende braucht es Kristallisationspunkte in der Stadt, wo Zukunft gemeinsam erforscht und gestaltet wird, wo eine gute Zukunft erlebbar wird und Bürger*innen Strukturen vorfinden, die transparent sind, zum Mitmachen einladen und die ihr Vertrauen genießen.

Als einen wichtigen Ort dafür sehen wir einen neu zu schaffenden Ernährungscampus – einen gemeinwohlorientierten Experimentier-, Forschungs- und Bildungsort. Bewohner*innen der Stadt Berlin, Organisationen und Gruppen von Menschen aller Herkünfte, wissenschaftliche Institutionen und Unternehmen sollen auf dem Ernährungscampus gemeinsam wirtschaftliches und soziales Handeln zusammendenken. Integriert in den Ernährungscampus wird es einen LebensMittelPunkt (LMP) geben.

Wir möchten den Ernährungscampus im Gebäudetrakt K2 im ehemaligen Tempelhofer Flughafen einrichten. Dort gibt es im oberen Stockwerk fünf Küchen, mehrere Kantinenräume, Säle und Büros – zusammengerechnet etwa 1000 Quadratmeter, die Zugang zu einem grünen Innenhof haben. Im Untergeschoss und gegenüber in einem offen zugänglichen Hof existieren Lagerräume.

Ernährungscampus und LebensMittelPunkte organisieren

Für die Umsetzung benötigen die Beteiligten nun nicht nur konkrete Orte, sondern auch einen Kompass. Sie brauchen Methoden, um Organisations- und Entscheidungsstrukturen aufzubauen, die nach einer anderen Logik funktionieren als bisher oft üblich. Um Orientierung und Handwerkszeug zu lieferen, haben wir einen Bericht “Ernährungscampus und LebensMittelPunkte organisieren” verfasst. Es beschreibt die Elemente eines möglichen “Betriebssystems auf demokratischer, ökonomicher und organisatorischer Ebene:

  • Welche demokratischen Strukturen brauchen wir für die Selbstorganisation?
  • Wie können wir Wirtschaft neu denken?
  • Welche Organisationsstrukturen sind geeignet?
  • Wie kann Kommunikation organisiert werden?

Auf Grundlage des vorgestellten Betriebssystems wollen wir den Ernährungscampus als gemeinwohlorientertes Commons vorantreiben. Dort soll eine enkeltaugliche Ernährungsweise erforscht und entwickelt werden und Ernährungsbildung stattfinden. Ziel ist es gemeinsam herauszufinden, wie eine klimagerechte Ernährung Berlins ab 2030 aussieht und entsprechende Praktiken zu etablieren.

Der Bericht findet sich hier.

Unsere Arbeit zur Vorbereitung eines Ernährungscampus in Tempelhof wurde finanziell unterstützt durch die Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung. Für die Inhalte ist allein der Ernährungsrat Berlin verantwortlich.