Newsletter Dezember 2019

2019 haben wir einiges geschafft: Wir haben uns immer wieder in den ernährungspolitischen Diskurs eingemischt, uns mit Senator Dirk Behrendt und Staatsekretärin Gottstein über die Ernährungsstrategie und regionale Schulverpflegung unterhalten, mit Kantinenbetreibern Erzeuger*innen besucht, über Zugang zu gutem Essen für alle diskutiert und gemeinsam mit Migrant*innen mit regionalen Zutaten internationale Gerichte gekocht. Rückblick, Ausblick, Weitblick und eine Bitte um Unterstützung!

Wir brauchen Eure Unterstützung in klingender Münze!

Bisher finanzieren wir unsere Arbeit fast ausschließlich über Projektanträge. Es wird jedoch immer schwieriger, Gelder für politische Arbeit zu erhalten. Und viele unserer regelmäßigen Aktivitäten lassen sich nicht gut als „Projekt“ formulieren und sind daher nicht förderfähig: unsere Lobbyarbeit, unsere Projekt- und Strategiewerkstätten, und nicht zuletzt auch unsere Vollversammlungen. Institutionelle Förderung, die ja selbst Bundes- und Landes-Grüne für Ernährungsräte fordern, ist leider bisher auch keine in Sicht! Wir brauchen also Eure Unterstützung, denn fürs nächste Jahr fehlen uns noch 10.000 Euro!

Unten haben wir einen Ausblick auf unsere Pläne für 2020 zusammengestellt. Für deren Umsetzung brauchen wir dringend finanzielle Hilfe! Wir wollen unabhängig und und unseren Zielen ohne Abstriche treu bleiben. Deshalb bitten wir euch, unterstützt unsere Arbeit mit einer Spende oder als Förder*in! Als Förder*in helft ihr uns regelmäßig. Diese Art Spenden ist für uns besonders hilfreich, weil sie unsere Arbeit langfristig sichert und wir besser planen können. Da wir als gemeinnützig anerkannt sind, dürfen wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

Jetzt Spenden!

Ausblick: Unsere Pläne für 2020

Für uns ist klar: Wir brauchen eine Ernährungswende, die unser Essen klimaneutral und für alle erreichbar macht. Deswegen sind unsere Kernthemen für die Zukunft: Klimagerechtigkeit und Zugang zu gutem Essen für alle!

Für den kommenden Herbst planen wir eine große Aktionskonferenz mit dem Arbeitstitel Vision 2030: Ganz Berlin isst gut und klimafreundlich. Bei der Konferenz sollen die Dimensionen des notwendigen Wandels für eine Ernährungswende in Berlin sichtbar werden und ein Kompass für die notwendigen Veränderungen erarbeitet werden. Gemeinsam sollen konkrete Vorstellungen entstehen, was nötig ist, damit die sozialökologische Ernährungswende in Berlin rasch in Schwung kommt und tatsächlich gelingen kann. Wir wollen Handlungsansätze und Aktivitäten herausfiltern, innovative Formate und Konzepte konsolidieren und über neue Bündnisse und Koalitionen in die Breite zu bringen.

Außerdem vertiefen wir unsere Arbeit an LebensMittelPunkten als zentrale Orte, an denen die Ernährungswende für alle greifbar wird. Wir bleiben weiter dran an der Idee eines LebensMittelPunktes im Flughafengebäude Tempelhof – dem Ernährungscampus. Weil sich die Tempelhof-Sanierung aber ziehen wird (mehr Info dazu weiter unten in diesem Newsletter), starten wir gleichzeitig im Wedding schon mal durch: gemeinsam mit dem Baumhaus in der Gerichtsstraße planen wir einen „Inkubator“, bei dem wir einen LebensMittelPunkt mit seinen vielen Facetten einfach mal temporär umsetzen und daraus einen Leitfaden entwickeln. Und auch an vielen anderen Orten in Berlin entwickeln sich LebensMittelPunkt-Initiativen: wir vernetzen, fördern den Austausch und arbeiten gemeinsam an Konzepten, die für alle funktionieren!

Eine Forderung, die wir schon in unserem Forderungskatalog Ernährungsdemokratie für Berlin formuliert haben, ist die Einrichtung von Bürger*innenräten. Wir sind dabei, zu diesem Format zu recherchieren, Vorbilder kennenzulernen, etwa aus Irland oder Österreich und wir haben uns mit einer Expertin getroffen, die in Deutschland an der Durchführung von Bürger*innenräten beteiligt war, die der Verein Mehr Demokratie e.V. initiiert hat. Wir glauben, dass dieses innovative Format zur Bürgerbeteiligung (bei dem Bürger*innen per Zufallsauswahl zur Diskussion bestimmter Fragestellungen eingeladen werden) viel besser und repräsentativer als andere tatsächlich zu mehr Demokratie auch in unserem Ernährungssystem führen könnte und wollen deshalb dafür sorgen, das eine entsprechende Initiative dazu auf den Weg kommt. Durchführen würde der Ernährungsrat dies nicht selbst. Aber wir können die Expertise zur Entwicklung der Fragestellungen einbringen und das Verfahren öffentlichkeitswirksam begleiten. Die bisherige Miniarbeitsgruppe wünscht sich deshalb noch Verstärkung – meldet euch unter kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de.

Im Frühjahr 2020 steht außerdem erneut die Wahl des Sprecher*innenkreises an. Haben euch die geplanten Aktivitäten Lust gemacht? Habt ihr Lust, die Umsetzung aktiv zu begleiten und zu lenken – oder noch ganz andere Aktivitäten zu initiieren? Wollt ihr euch mit aktuellen ernährungspolitischen Fragen und Entwicklungen befassen und die Positionsentwicklung des Ernährungsrats voranbringen? Wenn ihr ein wenig Zeit und Energie mitbringt, um euch gemeinsam mit Nachdruck für die Ernährungswende einzusetzen, dann überlegt euch, ob die Rolle als Sprecher*in vielleicht etwas für euch sein könnte! Wir werden demnächst zur Kandidatur aufrufen. Fragen schon jetzt gerne an kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de

Weitblick – oder auch nicht? Was die städtische Ernährungspolitik macht

Im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung ist es verankert: eine „zukunftsfähige und regional gedachte Ernährungsstrategie“ für Berlin soll entwickelt werden. Nun hat Senator Behrendt endlich seinen „Aktionsplan“ mit acht Handlungsfeldern dazu veröffentlicht. Wir finden: die Skizzierung ist sicher grundsätzlich nützlich für das Vorankommen einer Ernährungswende in Berlin. Allerdings fehlt dem Aktionsplan der strategische Weitblick: wo sind das klar erkennbare, übergeordnete Ziel ebenso wie die strategische Einordnung in einen entsprechend zielorientierten Umsetzungsplan?

Eine Strategie, die jetzt die entscheidenden Weichen stellen will für die Ernährungswende in und um Berlin, muss den Mut zu einer ambitionierten und konkreten Roadmap mit klarer ernährungspolitischer Zielstellung aufbringen. Wir fordern: Einbettung des Aktionsplans in eine echte Strategie mit klarem Bekenntnis zur klimagerechten Ernährungswende bis 2030.

Ebenfalls unbeantwortet bleibt in den gegenwärtigen Senatsplänen leider die soziale Dimension des Themas: Die große Frage nach der Zukunftsfähigkeit, danach also, wie und woher eine Stadt wie Berlin alle seiner Bewohner*innen im Jahre 2030 mit guter Nahrung versorgen wird.

Hier ist unsere Pressemitteilung zum Aktionsplan.

Rückblick: Was wir in den letzten Monaten gemacht haben

Durch die im Frühjahr 2019 gestartete Podcast-Reihe „Wir sind schon mal los! Ernährungswende live“ stellt der Ernährungsrat seine Forderungen im Einzelnen vor durch das Porträtieren von Menschen, die bereits diese Forderungen durch ihre Arbeit umsetzen. Auf diese Weise lassen wir die Forderungen sozusagen auf dem Weg vom „Mund ins Ohr“ für Euch lebendig werden. In der neuen Folge stellt sich der Berliner Ernährungsrat selbst vor: wer sind wir, was wollen wir erreichen und welchen Herausforderungen sehen wir uns gegenüber? Hier kann man die Folge anhören und hier gibt’s mehr Infos zur Folge über den Berliner Ernährungsrat und den Interviewpartner*innen.

Essen verbindet über kulturelle Grenzen hinweg – daher haben wir das Projekt „Alle an einen Tisch“ in Leben gerufen. Es bringt Geflüchtete aus Unterkünften mit der Nachbarschaft zusammen an den Mittagstisch. Es wird gemeinsam vorbereitet, gekocht und gegessen, und dies soweit möglich, mit geretteten und regionalen Lebensmitteln. Zwischen Oktober und Dezember 2019 haben wir insgesamt sechs Mittagstische veranstaltet, drei in der Kulturmarkthalle Berlin (Hanns-Eisler-Str. 93) und drei im Wohnheim für Geflüchtete in Falkenberg . Es hat riesigen Spaß gemacht! Hier gibt’s ein paar Eindrücke in Bildern.  

Die Klimakrise ist natürlich nicht erst nächstes Jahr Thema für uns: Am 20. September und am 29. November haben wir uns an den globalen Klimastreiktagen beteiligt. Und beim Klimatag Berlin am 27. Oktober haben wir und mit den Besucher*innen über klimagerechte Ernährung unterhalten. Hier gibt es einen kurzen Bericht.

Zusammen mit thf.vision planen wir außerdem weiter an der Idee eines LebensMittelPunktes im Flughafengebäude Tempelhof – dem Ernährungscampus. Im Gebäudeteil K2 wollen wir einen Experimentier-, Forschungs-.und Bildungsort, wo eine klimaneutrale, gerechte Ernährungsweise ausprobiert, erforscht und vorangetrieben wird und wo die Berliner Bevölkerung für das Thema begeistert werden soll. Gemeinsam haben wir bereits mehrere Workshops veranstaltet, um den Ernährungscampus vorzubereiten. Die Zivilgesellschaft sitzt also in den Startlöchern – nun macht der Senat aber eine Vollbremsung: Weil die Grundsubstanz marode ist, hat die Tempelhof Projekt GmbH (TP), ein hunderprozentiges Tochterunternehmen des Landes, erst einmal alle Fortschrittsmöglichkeiten gestoppt. Im Koalitionsvertrag steht zum Flughafengebäude Tempelhof: „Das Nutzungskonzept wird partizipativ entwickelt und soll bereits parallel zu den notwendigen Sanierungsmaßnahmen Nutzungen und einen Gedenkort ermöglichen.“ Doch nun sollen die Bürger*innen offenbar erst einmal 5 bis 15 Jahre vor der Tür warten, bis sie sich wieder äußern dürfen. Wir fordern, dass der Ernährungscampus Priorität bekommt. Wir brauchen Eure Unterstützung in klingender Münze!

Bisher finanzieren wir unsere Arbeit fast ausschließlich über Projektanträge. Es wird jedoch immer schwieriger, Gelder für politische Arbeit zu erhalten. Und viele unserer regelmäßigen Aktivitäten lassen sich nicht gut als „Projekt“ formulieren und sind daher nicht förderfähig: unsere Lobbyarbeit, unsere Projekt- und Strategiewerkstätten, und nicht zuletzt auch unsere Vollversammlungen. Institutionelle Förderung, die ja selbst Bundes- und Landes-Grüne für Ernährungsräte fordern, ist leider bisher auch keine in Sicht!

Unten haben wir einen Ausblick auf unsere Pläne für 2020 zusammengestellt. Für deren Umsetzung brauchen wir dringend finanzielle Hilfe! Wir wollen unabhängig und und unseren Zielen ohne Abstriche treu bleiben. Deshalb bitten wir euch, unterstützt unsere Arbeit mit einer Spende oder als Förder*in! Als Förder*in helft ihr uns regelmäßig. Diese Art Spenden ist für uns besonders hilfreich, weil sie unsere Arbeit langfristig sichert und wir besser planen können. Da wir als gemeinnützig anerkannt sind, dürfen wir auch Spendenbescheinigungen ausstellen.

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Ausblick: Unsere Pläne für 2020

Für uns ist klar: Wir brauchen eine Ernährungswende, die unser Essen klimaneutral und für alle erreichbar macht. Deswegen sind unsere Kernthemen für die Zukunft: Klimagerechtigkeit und Zugang zu gutem Essen für alle!

Für den kommenden Herbst planen wir eine große Aktionskonferenz mit dem Arbeitstitel Vision 2030: Ganz Berlin isst gut und klimafreundlich. Bei der Konferenz sollen die Dimensionen des notwendigen Wandels für eine Ernährungswende in Berlin sichtbar werden und ein Kompass für die notwendigen Veränderungen erarbeitet werden. Gemeinsam sollen konkrete Vorstellungen entstehen, was nötig ist, damit die sozialökologische Ernährungswende in Berlin rasch in Schwung kommt und tatsächlich gelingen kann. Wir wollen Handlungsansätze und Aktivitäten herausfiltern, innovative Formate und Konzepte konsolidieren und über neue Bündnisse und Koalitionen in die Breite zu bringen.

Außerdem vertiefen wir unsere Arbeit an LebensMittelPunkten als zentrale Orte, an denen die Ernährungswende für alle greifbar wird. Wir bleiben weiter dran an der Idee eines LebensMittelPunktes im Flughafengebäude Tempelhof – dem Ernährungscampus. Weil sich die Tempelhof-Sanierung aber ziehen wird (mehr Info dazu weiter unten in diesem Newsletter), starten wir gleichzeitig im Wedding schon mal durch: gemeinsam mit dem Baumhaus in der Gerichtsstraße planen wir einen „Inkubator“, bei dem wir einen LebensMittelPunkt mit seinen vielen Facetten einfach mal temporär umsetzen und daraus einen Leitfaden entwickeln. Und auch an vielen anderen Orten in Berlin entwickeln sich LebensMittelPunkt-Initiativen: wir vernetzen, fördern den Austausch und arbeiten gemeinsam an Konzepten, die für alle funktionieren!

Die Agrarwende anpacken werden wir auch wieder am 18. Januar 2020. Gemeinsam mit  Zehntausenden gehen wir auf die Straße und fordern eine Agrarwende, die das Klima wirksam schützt! Seid Teil einer bunten, vielfältigen und lautstarken Bewegung für die Agrarwende und kommt mit uns zur Wir Haben Es Satt-Demo!Hier geht’s zum Demo-Aufruf. Gemeinsam mit Ernährungsräten aus anderen Regionen werden wir uns zu einem „Block der Ernährungsräte“ zusammenschließen. Wir treffen uns wie immer um 12 Uhr am Brandenburger Tor (Tiergarten-Seite, hier die Koordinaten)

Eine Forderung, die wir schon in unserem Forderungskatalog Ernährungsdemokratie für Berlin formuliert haben, ist die Einrichtung von Bürger*innenräten. Wir sind dabei, zu diesem Format zu recherchieren, Vorbilder kennenzulernen, etwa aus Irland oder Österreich und wir haben uns mit einer Expertin getroffen, die in Deutschland an der Durchführung von Bürger*innenräten beteiligt war, die der Verein Mehr Demokratie e.V. initiiert hat. Wir glauben, dass dieses innovative Format zur Bürgerbeteiligung (bei dem Bürger*innen per Zufallsauswahl zur Diskussion bestimmter Fragestellungen eingeladen werden) viel besser und repräsentativer als andere tatsächlich zu mehr Demokratie auch in unserem Ernährungssystem führen könnte und wollen deshalb dafür sorgen, dass eine entsprechende Initiative dazu auf den Weg kommt. Durchführen würde der Ernährungsrat dies nicht selbst. Aber wir können die Expertise zur Entwicklung der Fragestellungen einbringen und das Verfahren öffentlichkeitswirksam begleiten. Die bisherige Miniarbeitsgruppe wünscht sich deshalb noch Verstärkung – meldet euch unter kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de.

Im Frühjahr 2020 steht außerdem erneut die Wahl des Sprecher*innenkreises an. Haben euch die geplanten Aktivitäten Lust gemacht? Habt ihr Lust, die Umsetzung aktiv zu begleiten und zu lenken – oder noch ganz andere Aktivitäten zu initiieren? Wollt ihr euch mit aktuellen ernährungspolitischen Fragen und Entwicklungen befassen und die Positionsentwicklung des Ernährungsrats voranbringen? Wenn ihr ein wenig Zeit und Energie mitbringt, um euch gemeinsam mit Nachdruck für die Ernährungswende einzusetzen, dann überlegt euch, ob die Rolle als Sprecher*in vielleicht etwas für euch sein könnte! Wir werden demnächst zur Kandidatur aufrufen. Fragen schon jetzt gerne an kontakt@ernaehrungsrat-berlin.de.


Weitblick – oder auch nicht? Was die städtische Ernährungspolitik macht

Im Koalitionsvertrag der rot-rot-grünen Regierung ist es verankert: eine „zukunftsfähige und regional gedachte Ernährungsstrategie“ für Berlin soll entwickelt werden. Nun hat Senator Behrendt endlich seinen „Aktionsplan“ mit acht Handlungsfeldern dazu veröffentlicht. Wir finden: die Skizzierung ist sicher grundsätzlich nützlich für das Vorankommen einer Ernährungswende in Berlin. Allerdings fehlt dem Aktionsplan der strategische Weitblick: wo sind das klar erkennbare, übergeordnete Ziel ebenso wie die strategische Einordnung in einen entsprechend zielorientierten Umsetzungsplan?

Eine Strategie, die jetzt die entscheidenden Weichen stellen will für die Ernährungswende in und um Berlin, muss den Mut zu einer ambitionierten und konkreten Roadmap mit klarer ernährungspolitischer Zielstellung aufbringen. Wir fordern: Einbettung des Aktionsplans in eine echte Strategie mit klarem Bekenntnis zur klimagerechten Ernährungswende bis 2030.
Ebenfalls unbeantwortet bleibt in den gegenwärtigen Senatsplänen leider die soziale Dimension des Themas: Die große Frage nach der Zukunftsfähigkeit, danach also, wie und woher eine Stadt wie Berlin alle seiner Bewohner*innen im Jahre 2030 mit guter Nahrung versorgen wird.

Hier ist unsere Pressemitteilung zum Aktionsplan.


Rückblick: Was wir in den letzten Monaten gemacht haben

Durch die im Frühjahr 2019 gestartete Podcast-Reihe „Wir sind schon mal los! Ernährungswende live“ stellt der Ernährungsrat seine Forderungen im Einzelnen vor durch das Porträtieren von Menschen, die bereits diese Forderungen durch ihre Arbeit umsetzen. Auf diese Weise lassen wir die Forderungen sozusagen auf dem Weg vom „Mund ins Ohr“ für Euch lebendig werden. In der neuen Folge stellt sich der Berliner Ernährungsrat selbst vor: wer sind wir, was wollen wir erreichen und welchen Herausforderungen sehen wir uns gegenüber? Hier kann man die Folge anhören und hier gibt’s mehr Infos zur Folge über den Berliner Ernährungsrat und den Interviewpartner*innen.

Essen verbindet über kulturelle Grenzen hinweg – daher haben wir das Projekt „Alle an einen Tisch“ in Leben gerufen. Es bringt Geflüchtete aus Unterkünften mit der Nachbarschaft zusammen an den Mittagstisch. Es wird gemeinsam vorbereitet, gekocht und gegessen, und dies soweit möglich, mit geretteten und regionalen Lebensmitteln. Zwischen Oktober und Dezember 2019 haben wir insgesamt sechs Mittagstische veranstaltet, drei in der Kulturmarkthalle Berlin und drei im Wohnheim für Geflüchtete in Falkenberg. Es hat riesigen Spaß gemacht! Hier gibt’s ein paar Eindrücke in Bildern.

Die Klimakrise ist natürlich nicht erst nächstes Jahr Thema für uns: Am 20. September und am 29. November haben wir uns an den globalen Klimastreiktagen beteiligt. Und beim Klimatag Berlin am 27. Oktober haben wir und mit den Besucher*innen über klimagerechte Ernährung unterhalten. Hier gibt es einen kurzen Bericht.

Zusammen mit thf.vision planen wir außerdem weiter an der Idee eines LebensMittelPunktes im Flughafengebäude Tempelhof – dem Ernährungscampus. Im Gebäudeteil K2 wollen wir einen Experimentier-, Forschungs-.und Bildungsort, wo eine klimaneutrale, gerechte Ernährungsweise ausprobiert, erforscht und vorangetrieben wird und wo die Berliner Bevölkerung für das Thema begeistert werden soll. Gemeinsam haben wir bereits mehrere Workshops veranstaltet, um den Ernährungscampus vorzubereiten. Die Zivilgesellschaft sitzt also in den Startlöchern – nun macht der Senat aber eine Vollbremsung: Weil die Grundsubstanz marode ist, hat die Tempelhof Projekt GmbH (TP), ein hunderprozentiges Tochterunternehmen des Landes, erst einmal alle Fortschrittsmöglichkeiten gestoppt. Im Koalitionsvertrag steht zum Flughafengebäude Tempelhof: „Das Nutzungskonzept wird partizipativ entwickelt und soll bereits parallel zu den notwendigen Sanierungsmaßnahmen Nutzungen und einen Gedenkort ermöglichen.“ Doch nun sollen die Bürger*innen offenbar erst einmal 5 bis 15 Jahre vor der Tür warten, bis sie sich wieder äußern dürfen. Wir fordern, dass der Ernährungscampus Priorität bekommt.


Wir wünschen allen ein entspanntes und geschmackvolles Jahresende!


Pressemitteilung: Wassersuppe statt Nährwert: Berliner Senatsplänen zur Ernährungswende fehlt der strategische Weitblick!

Justiz-Senator Behrendt, in dessen Ressort laut rot-rot-grünem Koalitionsvertrag eine „zukunftsfähige und regional gedachte Ernährungsstrategie“ für Berlin entwickelt werden soll, will am morgigen Mittwoch seinen im Abgeordnetenhaus gebilligten „Aktionsplan“ dazu veröffentlichen. Der Ernährungsrat Berlin beurteilt die darin enthaltene Skizzierung von Handlungsfeldern als grundsätzlich nützlich für das Vorankommen einer Ernährungswende in Berlin. Allerdings fehlt dem Vorschlag das klar erkennbare, übergeordnete Ziel ebenso wie die strategische Einordnung in einen entsprechend zielorientierten Umsetzungsplan.

Der Koalitionsvertrag sieht für die vorgesehene Entwicklung der Berliner Ernährungsstrategie ausdrücklich die „Zusammenarbeit“ mit dem Ernährungsrat Berlin vor. In dieser Rolle fordern wir: Einbettung des Aktionsplans in eine echte Strategie mit klarem Bekenntnis zur klimagerechten Ernährungswende bis 2030. Ebenfalls unbeantwortet bleibt in den gegenwärtigen Senatsplänen leider die soziale Dimension des Themas: Die große Frage nach der Zukunftsfähigkeit, danach also, wie und woher sich eine Stadt wie Berlin im Jahre 2030 mit guter Nahrung versorgen wird.

Allen Menschen Zugang zu gutem Essen zu ermöglichen, ist aus Sicht der Ernährungsrats zudem ein Ziel, das allein als bürokratisch organisierter Verwaltungsakt kaum zu erreichen sein wird. Dafür muss der Senat andere Wege gehen als bislang, auch im Diskurs mit der Zivilgesellschaft. Denn anders als der Koalitionsvertrag verspricht, fand diese bisher kaum ernsthaft Gehör und echte Mitsprachechancen.

Eine Strategie, die jetzt die entscheidenden Weichen stellen will für die Ernährungswende in und um Berlin, muss den Mut zu einer ambitionierten und konkreten Roadmap mit klarer ernährungspolitischer Zielstellung aufbringen. Ebenso wie für daran gekoppelte Meilensteine und Ressourcen (Personal, Budget). Nur das verdient dann wirklich die Bezeichnung Ernährungsstrategie. Die gegenwärtigen Pläne sehen zwar substanzielle Mittel für die Einrichtung der als zentral angesehenen „Kantine Zukunft Berlin“ vor, für weitere Maßnahmen in anderen Handlungsfeldern ist jedoch kaum Budget eingeplant (lediglich 0,2 Millionen Euro des bisher bekannten Gesamtbudgets von 1,4 Millionen Euro).

Der Ernährungsrat Berlin ist überzeugt: Die klimagerechte Ernährungswende kann nur gelingen, wenn vielfältiges Wissen und unterschiedliche Fähigkeiten in einen dynamischen Prozess einfließen und es gelingt, die Berliner Bevölkerung aktiv zu beteiligen. Dafür sind unterstützende Strukturen, die auf Ernährungsdemokratie zielen nötig, wie etwa ein Bürger*innenrat nach erprobtem Vorbild!

Der Ernährungsrat ist weiter gern bereit, seine Expertise in einen demokratisch und offen geführten Berliner ernährungspolitischen Dialog einzubringen. 

Weitere Infos unter:

Webseite Ernährungsrat Berlin: http://ernaehrungsrat-berlin.de/

Unser Forderungskatalog „Ernährungsdemokratie für Berlin! Wie das Ernährungssystem der Stadt demokratisch und zukunftsfähig relokalisiert werden kann“:  http://ernaehrungsrat-berlin.de/ernaehrungsdemokratie-fuer-berlin/

Nachfragen bei:

presse@ernaehrungsrat-berlin.de oder

Annette Jensen: 0170-2353115

Gundula Oertel: 0177-5701525

Christine Pohl: 0152-51655502

Ernährungscampus – Vollbremsung am Tempelhofer Flughafen

Im Koalitionsvertrag steht zum Flughafengebäude Tempelhof: „Das Nutzungskonzept wird partizipativ entwickelt und soll bereits parallel zu den notwendigen Sanierungsmaßnahmen Nutzungen und einen Gedenkort ermöglichen.“ Doch nun sollen die Bürger*innen offenbar erst einmal 5 bis 15 Jahre vor der Tür warten, bis sie sich wieder äußern dürfen.

Der Ernährungsrat plant zusammen mit thf.vision einen Ernährungscampus im Gebäudeteil K2 einzurichten – einen Experimentier-, Forschungs-.und Bildungsort, wo eine klimaneutrale, gerechte Ernährungsweise ausprobiert, erforscht und vorangetrieben wird und wo die Berliner Bevölkerung für das Thema begeistert werden soll. Von der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung (SenJVA) kam dafür sowohl finanzielle Unterstützung als auch eine Bedarfsbekundung gegenüber der zuständigen Senatsverwaltung. Doch nun hat die Tempelhof Projekt GmbH (TP), ein hunderprozentiges Tochterunternehmen des Landes, erst einmal alle Fortschrittsmöglichkeiten gestoppt. Sie begründet das mit einem weitaus größeren Sanierungsbedarf als bisher angenommen. Auch in einer Pressemitteilung des Senats ist nun nichts mehr von der angekündigten Partizipation die Rede. 

Noch im Mai 2018 hatte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher das Motto ausgegeben: Experimentieren! Öffnen! TP sollte alle Pläne des Gebäudes öffentlich zugänglich machen – was bis heute nicht geschehen ist.

thf.vision und der Berliner Ernährungsrat veranstalteten im Dezember 2018 einen Expert*innenworkshop zum Ernährungscampus. Im Vorfeld hatte eine TP-Mitarbeiterin erste experimentelle Nutzungsmöglichkeiten (Markt; Hochbeete) für Sommer 2019 in Aussicht gestellt. Am Workshoptag signalisierte eine andere TP-Mitarbeiterin dann aber, dass es keine experimentelle Nutzungen im Flughafengebäude mehr geben wird. Einzige Ausnahme: Das von der Senatskanzlei geförderte City Lab in H2rund. Das wird betrieben von der Technologiestiftung Berlin, hinter der Konzerne wie PwC, die Deutsche Bank, der Pharmakonzern Pfizer, Siemens u.a. stehen.

Im März 2019 erklärte TP: Vorausgesetzt der politische Wille sei da, könne der Trakt K2 in 2,5 bis 3 Jahren fertig saniert sein. Im Mai berichtet Geschäftsführerin Heim-Wenzler dann über das öffentlich unzugängliche Gutachten, das einen sehr schlechten Zustand und hohen Sanierungsbedarf des Gebäudes belege.

Der Berliner Ernährungsrat und thf.vision sind Praxispartner im internationalen  Forschungsprojekt FOODSHIFT 2030, das von der EU gefördert wird und im Januar 2020 startet. Gemeinsam haben wir bereits mehrere Workshops veranstaltet, um den Ernährungscampus vorzubereiten: Die Zivilgesellschaft sitzt in den Startlöchern – nun macht der Senat eine Vollbremsung. Das ist nicht nur superpeinlich gegenüber den internationalen Forschungspartnern. Es widerspricht auch dem Koalitionsvertrag. Wir fordern, dass der Ernährungscampus Priorität bekommt. Es darf nicht sein, dass die Tempelhof Projekt GmbH jetzt 5 bis 15 Jahre allein vor sich hinwerkelt und erst dann ein Partizipatiosverfahren über die Nutzung der sanierten Räume stattfindet. Das von TP vorgelegte Konzept 2030+ stellt eine nicht akzeptable Vorentscheidung dar, der Ernährungscampus taucht darin nicht einmal auf.