Regio-Exkursion gehen in die zweite Runde: Rixmanns Hof und Kuhhorster

Am 20. August waren wir zum zweiten Mal mit Kantinenbetreiber*innen aus Berlin in Brandenburg unterwegs (siehe hier den Bericht von der ersten Exkursion). Diesmal waren neben Vertretern der Verkehrsbetriebe (BVG) und des Studierendenwerks noch die Küchenchefs der Kantine im Roten Rathaus (Betreiber: Union Sozialer Einrichtungen, USE gGmbH) und der CANTINA an der Storkower Straße (Betreiber: Kiezküchen GmbH) mit von der Partie.

Als Erstes empfingen uns Georg Rixmann und Sabine Schwalm auf ihrem Familienbetrieb, dem Rixmanns Hof in Linum. Der Betrieb ist nicht bio-zertifiziert, wirtschaftet jedoch gänzlich ohne Pestizide und legt großen Wert auf Sortenvielfalt. Vor allem Kürbisse kann der Hof bei rechtzeitiger Vorbestellung in großen Mengen liefern – und dabei noch Sorten anbieten, die sonst nicht so häufig auf dem Teller landen. In den Genuss einer kleinen Kostprobe durften wir bereits bei unserem Besuch kommen.

Den zweiten Stopp legten wir nur wenige Kilometer entfernt auf dem Ökohof Kuhhorst ein, ein deutlich größerer Betrieb, demeter-zertifiziert und zugleich Werkstätte für Menschen mit Behinderung. Allein für Letztere bietet der Hof 80 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Für die Gemeinschaftsverpflegung könnten die Kuhhorster diverse Kulturen anbieten, darunter verschiedene Gemüse. Ihre Spezialisierung ist indes der Kartoffelanbau und da der Hof zudem über eine eigene Schälanlage verfügt, wäre hier das Argument des mangelnden Verarbeitungsgrads hinfällig.

Einige der Exkursionsteilnehmer zeigten sich interessiert, mit beiden Höfen eine Kooperation aufzubauen, Kontakte wurden ausgetauscht und erste potentielle Kulturen ausgelotet. Da sowohl USE gGmbH als auch Kiezküchen GmbH – im Gegensatz zu kommunalen Unternehmen wie BWB, BVG und BSR – nicht an öffentliche Vergaberichtlinien gebunden sind, können diese etwas flexibler agieren.

Dennoch kamen auch diesmal ähnliche Hürden, wie sie bei der ersten Exkursion diskutiert wurden, zur Sprache. Die Frage, wie der direkte Bezug von kleinen bis mittleren Erzeuger*innen, durch den keine Margen an Zwischenhändler verloren gehen, für beide Seiten effizient und handhabbar gestaltet werden kann, bleibt eine Herausforderung. Ein weiterer Aspekt ist eine Ernährungsbildung von klein auf, um die Wertschätzung für Lebensmittel wieder zu steigern. Selbst potenziell zahlungskräftige Kantinenbesucher*innen (wie im Roten Rathaus) wären nicht bereit, mehr Geld für gute Produkte auszugeben.

Für dieses Jahr war es die letzte Exkursion, die der Ernährungsrat Berlin ausrichtet. Wir sind jedoch überzeugt, dass es sich lohnt weitere Kantinen und Bäuer*innen zusammen zu bringen, damit sich etwas ändert. Wir werden daher Pläne schmieden um die Exkursionen nächstes Jahr fortzusetzen – und warum auch nicht mal andersherum, also die Erzeuger mit in die Küchen nehmen?