Sagt Eure Meinung!

Gutes Essen geht uns alle an!

Was soll „Gutes Essen für alle“ bedeuten? Hier ist der Platz für Ihre/Eure ganz persönlichen Antworten!

Was möchtet Ihr essen? Wo sollen Eure Lebensmittel herkommen? Unter welchen Bedingungen muss Nahrung hergestellt werden, damit sie Euch schmeckt? Was muss sich am Berliner Ernährungssystem ändern?

Auf dieser Plattform können alle Berliner*innen und Brandenburger*innen ihre Wünsche, Ideen und Meinungen über eine zukunftsfähige Esskultur mitteilen. Wir möchten ein breitgefächertes Stimmungsbild einfangen, um die ernährungspolitischen Ansätze des Ernährungsrats zu vertiefen und zu erden: Was bedeutet für die Bürger*innen in Stadt und Land „gutes Essen für alle”?

Nutzt das Kommentarfeld unten, um Eure Beiträge zu schreiben. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch auch auf unseren Forderungskatalog „Ernährungsdemokratie für Berlin!“ beziehen.

Zusätzlich könnt Ihr gerne ein Foto hochladen: Schreibt eine kurze Botschaft deutlich lesbar auf ein DinA4-Papier, macht ein Foto von Euch mit dem Papier und postet es hier! Alle Fotos werden in einer Bildergalerie gesammelt und Online gestellt.

Wir hoffen auf vielfältige Beiträge! Ganz klar ist aber auch: Der Ernährungsrat Berlin steht für eine faire, offene Debatte. Rassistische, sexistische und andere menschenverachtende Aussagen oder Bilder werden wir nicht veröffentlichen. Bitte habt etwas Geduld, eure Beiträge werden hier sichtbar, sobald wir sie geprüft haben.

15 Antworten auf „Sagt Eure Meinung!“

  1. Iadorin (12): Das Schulessen soll besser werden. Es soll allen Kindern gut schmecken und nicht aus Tütchen kommen. Es sollte so schmecken wie das Essen von zu Hause.

    Jane (40): Die Essensproduktion soll niemand ausbeuten, weder Mensch noch Tier, weder Pflanzen noch Boden.
    Und das Essen aus dem eigenen Garten schmeckt einfach am Besten!

  2. Alle Kita-Kinder bekommen gutes und gesundes Essen. Das ist Gesetz. Das öffentliche Budget muss dafür auch ausreichen !

    Leider reicht das Geld, das das Land Berlin bereitstellt, dafür nicht annähernd aus! Die Folge ist, dass wenn die Eltern keinen zusätzliche Extra-Anteil übernehmen können und der Träger nichts zusätzlich bereitstellt: bekommen viele Kinder weiterhin keine gutes und gesundes Essen in den Tageseinrichtungen ! Das betrifft dann besonders Kinder aus ärmeren Haushalten. Da früh ein wichtiger Teil zur Ernährungsbildung fehlt, ist die Gesundheit der Kinder langfristig gefährdet.

    Unsere Forderung an das Land-Berlin: Der Etat für das Essen muss so angepasst werden, dass entsprechende Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten, alle Kinder, egal ob arm ob reich, gutes und gesundes Essen in ihrer Kita bekommen.

    Im Detail: Ja, es gibt Sie: eine verbindliche Qualitätsvorgabe für die gute und gesunde Kita-Verpflegung in Berlin: https://www.berlin.de/sen/jugend/familie-und-kinder/kindertagesbetreuung/fachinfo/vereinbarung_qvtag.pdf (Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten)

    Hier ist mit den Trägern und dem Land Berlin vereinbart, dass die Kinder eine qualitativ hochwertige und gesunde Verpflegung in den Tageseinrichtungen bekommen:
    „Um eine gesunde Ernährung der Kinder sicher zu stellen und den Anforderungen des Bildungsprogramms nach Förderung gesunder Essensgewohnheiten zu entsprechen, gewährleisten die Träger in ihren Kindertagesstätten eine qualitativ hochwertige Mittagsversorgung. Diese soll physiologisch ausgewogen, schmackhaft und abwechslungsreich sein und den Ernährungsbedürfnissen der unterschiedlichen Altersstufen entsprechen. Spezifische kulturelle Speisegebote und medizinisch erforderliche Einschränkungen für einzelne Kinder werden berücksichtigt. Frisches Obst und Gemüse werden den Kindern täglich angeboten. […] Eine ausreichende Versorgung mit kalorienarmen Getränken ist während des gesamten Tagesablaufs zu gewährleisten.“

    Zuerst die Frage wieviel Geld steht den Tageseinrichtungen nun wirklich zur Verfügung? Das errechnet der DaKS – Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden:
    „Umgerechnet auf einen Monat mit einer durchschnittlichen Zahl von 21 Betreuungstagen, ergibt sich … ein Preis pro Tag von 2,51 €. […] Dieses Geld muss sowohl für die Material- und Personalkosten des Essens als auch für dazugehörige Infrastruktur (Küche, Ausgabe, Geschirr, Besteck, Reinigung …) ausreichen. Darüber hinaus verpflichtet die ebenfalls verbindliche Vereinbarung über die Qualitätsentwicklung in Berliner Kindertagesstätten (QVTAG) alle Berliner Kitas zur täglichen Bereitstellung von frischem Obst und Gemüse sowie „kalorienarmen Getränken während des gesamten Tagesablaufs“. Auch dies muss vom beschriebenen Kostensatz bezahlt werden.“
    Quelle: http://www.daks-berlin.de/downloads/infoblatt-finanzierung-mittag.pdf (Dezember 2014)

    Eine ausführliche Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Qualität des Mittagessens: „Is(s)t KiTa gut? KiTa-Verpflegung in Deutschland: Status quo und Handlungsbedarfe“ prüft den Ist-Zustand. Hier wird zum Beispiel errechnet, wie viel ein gesundes Mittagessen nach DGE-Standard tatsächlich kosten würde und wieviel im Schnitt dafür ausgegeben wird.
    Nur allein für das Mittagessen sind die errechneten Gesamtkosten (am Beispiel Verpflegungssystem Warmverpflegung) sehr viel höher:
    „Für eine hochwertige Mittagsmahlzeit für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren betragen im ersten Jahr eines Angebots der Mittagsverpflegung bei einer Ausgabe von 25 Mahlzeiten pro Tag die Kosten pro Mahlzeit insgesamt 4,30 € für Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren, 4,41 € für Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren und 4,51 € für Kinder im Alter von 7 bis 10 Jahren. Bei 100 Mahlzeiten täglich belaufen sich die Kosten auf 3,06 € (Ein- bis Dreijährige),
    3,17 € (Drei- bis Sechsjährige) und 3,27 € (Sieben- bis Zehnjährige)“
    Quelle: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/GP_Isst_Kita_gut.pdf ()

  3. …wenn Preise die wahren Kosten widerspiegeln!
    …und sich jede*r ein Bio-Lupinen-Schnitzel leisten kann!

  4. Ich möchte alle geeigneten Grünflächen in meiner Umgebung für Obst- und Gemüseanbau nutzen. Und zwar zusammen mit meiner Nachbarschaft.

    Ich will nicht erst einem Kleingartenverein beitreten müssen, um eigenes Essen anbauen zu können.

  5. Ich würde mir wünschen, dass der Ernährungsrat bzw. die schon existierenden Ernährungsräte lauter auftritt/auftreten.
    Weiterhin finde ich es wichtig, das Bestreben nach gutem und gesunden Essen (mit transparenter Herkunft) immer auch mit massiven Umweltschutzforderungen zu verbinden. Ohne Natur kein Essen – da können selbst die großen Player nicht liefern.

  6. Gutes Essen kommt ohne Zusatzstoffe aus, basiert auf pflanzlichen Proteinen und Ballaststoffen, ist biologisch und fair produziert und Fleisch sollte höchstens einmal die Woche auf dem Speiseplan stehen, Milchprodukte weitestgehend durch pflanzliche Akternativen ersetzt werden. Gemüse und Obst sollten saisonal und regional verwendet werden.

  7. Selbstversorgung in der Stadt

    Seit ich in Rente bin, hab ich mir Selbstversorgung mit Obst und Gemüse auf die Fahnen geschrieben. Mühsam, mit einigen Umwegen, aber nicht erfolglos, würd ich sagen.
    Ich möchte auf drei Punkte hinweisen, die mir zentral zu sein scheinen:
    1. Verkehrspolitik. Wir brauchen eine möglichst genaue Aufstellung, woher das real verbrauchte Obst und Gemüse in der Stadt Berlin kommt und wieviel Tonnenkilometer das umfaßt, mit gesonderter Auflistung der Luftfracht. Mich wundert immer wieder, wie naturgegeben hier Wachstumsraten angeführt werden, als hätte noch nie jemand was von Grenzen des Wachstums, Degrowth oder Ähnlichem gehört. Bin ich denn auf einem anderen Stern?!
    2. Arbeitsmarktpolitik. Die „Produktivität“ in meinem Schrebergarten hält sich in Grenzen. Ich schätze mal, daß ich in einer vergleichsweisen Arbeitszeit in der Industrie ein Vielfaches an Geldwert erwirtschaften könnte, was mir in meinem Garten zu produzieren gelingt, grade wenn ich noch Essens Zubereitung und Konservierung dazurechne. Ich vermute, daß ein gelegentliches Gespräch mit einem, der/die mehr weiß als ich, durchaus produktionsförderlich sein könnte. Trotzdem denke ich, wir sollten es bei 20 Stunden Gelderwerbsarbeit bewenden lassen und Schluß mit der Ausrede, daß man ja bedauerlicherweise nicht die Zeit habe, sich um so was Banales wie das eigene Essen zu kümmern. Natürlich versag ich es mir, mitten im Sommer nach Teneriffa oder wer weiß wo hinzufliegen. Aber ich fühl mich wohl dabei.
    3. Bodenpolitik. In Zeiten des Baubooms ein großes Thema. Meistens sieht man auf den Plänen oder Modellen grüne Dächer. Die entscheidende Frage scheint mir aber, ob das nur Moos oder Mauerpfeffer sein wird, oder ob da was Eßbares angebaut werden kann. Da sollte man sehr drauf achten. Im Übrigen sollten sich die Leute, die in eine zukünftige „Gartenstadt des 21. Jahrhunderts“ ziehen wollen durchaus vorher schon mal zusammensetzen und überlegen, was das sein wird, einschließlich persönlicher Konsequenzen.

  8. Es geht um Holismus: Herkunft, Ernte,Transport, Verarbeitung, Lagerung, Handel, wer arbeitet zu welchen Bedingungen wo, welche Firmen stecken dahinter, wer verdient mit, was für andere Produkte vertreiben die Firmen… usw. usf.

    Künftig sollten die Verbraucher*innen versuchen, die GANZE Kette im Blick zu haben und danach entscheiden, ob sie Waren kaufen oder liegenlassen.

  9. Ich möchte Essen das richtig gut schmeckt und in der Region menschen-, tier-, und umweltfreundlich produziert und wenn nötig weiter verarbeitet wurde. Ich möchte wissen wer die Menschen sind, die hinter dem was wir täglich essen stehen. Und ich möchte, das dies ein Selbstverständnis für alle Menschen ist.

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